Battle for Gea im Spieltest

Battle for Gea - Review - Thumpnail
5 Overall Score
Grafiken: 4/10
Gameplay: 5/10
Sound: 5/10

Neue Mechaniken | breite Auswahl wählbarer Karten.

Furchtbar gestaltete UI und Website | viele Time-out-Probleme | kein offensichtlicher Weg um über das Tutorial hinaus Fortschritte zu erzielen, Karten zu erlangen & gegen andere Spieler zu kämpfen.


Wir haben uns kürzlich das neue Sammelkartenspiel Battle of Gea der Iron Belt Studios angesehen, ein kostenlos spielbares Fantasy-basiertes Browser-MMO, das sich derzeit in der offenen Betaphase befindet. Bei vielen anderen TCGs auf dem Markt, waren wir neugierig, dieses neue Spiel auszuprobieren, um zu sehen, wie es sich im Wettbewerb behaupten kann und welche neue Features es vielleicht zu bieten hat. Wie viele Sammelkartenspiele behält es viele der klassischen Features bei, wie das Sammeln von Karten, das Verwalten von Decks, PvE-Kampagnen gegen Computergegner und einen Shop, um mit der Spielwährung oder realem Geld Boosterpakete zu kaufen.

Battle for Gea - news


Die Registrierung ist recht einfach: Wir haben uns auf der Website einen Account erstellt und konnten uns so sofirt ins Spiel einloggen und in der offenen Beta mit dem Tutorial/ Kampagnenmodus beginnen. Das Spiel ist komplett browserintegriert, obwohl die aufgelisteten Features des Publishers einen Clientdownload für Windows erwähnen sowie eine App. Wir konnten dies auf der Website jedoch nicht finden, zu allererst sollte man eine gut strukturierte Internetseite erwarten können, die dem Spiel dienlich ist.

Abgesehen davon, dass dies nicht der Fall war, wurde auch das Browserfenster auf eine Größe kleiner als der Rahmen des Spiels minimiert, sodass schlimme Probleme durch Abschneiden und sich überlagende Elemente und Buttons ergaben, wodurch ein allgemeines Chaos entstand. Sobald wir ins eigentliche Spiel gelangten, war die tatsächliche Größe ein Witz: Wir spielten mit einer Bildschirmauflösung von 1920x1080 und hatten dermaßen viel leeren Platz unter dem Spiel-Frame. Es schien absolut nicht gerade gut für diese klassische Auflösung gemacht zu sein, denn wir mussten sogar unseren Browser einzoomen, um überhaupt den Text auf den Karten lesen zu können.

Das Spiel besitzt eine ausgeschmückte Kunde und die Spieler werden den Hintergrund und den Handlungsbogen durch verschiedene Stadien der Tutorialkampagne mit komplett illustrierten, texterzählenden Handlungsrahmen erschließen. Das Entwicklerstudio ist aus Spanien, was allein daran ziemlich deutlich zu erkennen war, das die Spieler in den Toprängen (falls sie nicht tatsächlich die Entwickler waren) ebenfalls aus Spanien waren, was nahezu nie in irgendeinem Spiel der Fall ist. Ebenso waren die Übersetzungen ins Englische einfach daneben, eine Mischung aus schlechter Rechtschreibung, achlechter Grammatik und einige Übersetzungen machten einfach keinen Sinn.

Battle for Gea screenshot 1 Battle for Gea screenshot 2


So viel also zu unserem ersten Eindruck, aber was ist sonst mit dem Spiel? In grafischer Hinsicht sah es nicht besonders atemberaubend aus, die Illustrationen der Karten waren eine merkwürdige Mischung verschiedener Stile, die von digitaler Kunst, über hangezeichnete Illustrationen bis zu grafisch 3D-gerenderten Bildern reichten. Einzeln betrachtet sahen sie zwar nett aus, insgesamt fehlte jedoch die Konsistenz beim Stil.

Die tatsächlichen Mechaniken waren nicht besonders schwer zu begreifen. Für das Tutorial haben wir Karten erhalten, die bereits auf dem Schlachtfeld ausgelegt waren. Es waren insgesamt 4, 3 davon an der Frontlinie und eine im Hintergrund. Typischerweise können die Karten nur jene angreifen, die direkt vor ihnen liegen, mit Ausnahme der Einheitskarte im Hintergrund, die jede andere Karte angreifen und sich gegen jede verteidigen kann (obwohl man selbst gar nicht entscheidet, welche Karte man angreift, denn der Gegner bestimmt die Karte, mit der er verteidigen möchte).

Die Karten haben ihre eigenen Stärke- und Schadenswerte und bei einem Angriff duellieren sich die angreifende und die verteidgende Karte und diejenige gewinnt das Duell, die den höchsten Stärkewert besitzt, und kann ihren Schaden direkt dem Moralpool des feindlichen Generals zufügen (sobald dieser auf Null sinkt, ist der General/ Spieler besiegt).

Die Stärke einer Einheit wird auf verschiedene Weise verändert, in erster Linie durch die eigenen Fertigkeiten der Einheitskarte selbst, die ihr Boni für ihre Stärke gegenüber bestimmten Einheitskarten unter bestimmten Voraussetzungen verleihen kann, sowie durch die Fertigkeiten der General- und Unterstützungskarte des Spielers. Dann können die Spieler noch Kommandopunkte aus dem Pool des Generals nutzen. Wir hatten von diesen 9 und konnten einen oder mehrere für jede Karte im Duell anwenden, wobei jeder angewendete Kommandopunkt die Stärke der Einheit multipliziert.

Dadurch. dass man keine Ahnung hat, wie viele Kommandopunkte der generische Spieler bei seinen Angriffen verwenden wird, entsteht ein schmaler Grat zwischen Taktikabwägen und kompletten Raten. Um taktisch vorzugeben, sind die Spieler beinahe gezwungen, umfassende mathematische Berechnungen anzustellen, um die besten Wahrscheinlichkeiten herauszubekommen, was die Zahl der am besten für jede Einheit einzusetzenden Kommandopunkte betraf.

Einige Fertigkeiten, die die Karten besaßen, ergaben keine Sinn, aber daran werden sich die Spieler zweifellos nach einer Weile gewöhnen. Und manchmal hatten wir den Eindruck, dass wir nicht bei den erwarteten Boni angelangten, sodass es manchmal nicht gerade offensichtlich war.

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Für uns endete der Tutorialmodus abrupt, als unser 5. und letztes Match gegen den Computergegner durch einen Bug beendet wurde. In unserem Video scheint es, als stützt das Spiel ab, und als wir es danach noch einmal versuchten, hatten wir immer noch kein Glück, selbst nachdem wir uns aus- und wieder eingeloggt hatten, was zeigt, dass es noch einige Probleme gibt.

Auch unsere weitere Erkundung der Features fiel kurz aus. Als wir gegen andere Spieler antreten wollten, erhielten wir die Mitteilung, dass wir keine Generalkarte besaßen, um ein neues Deck zu erstellen. Also haben wir einen Blick in den Shop geworfen, um herauszufinden, ob wir ein Deckpaket kaufen konnten. Aus dem Tutorial hatten wir viele Silbermünzen, jedoch erfordert praktisch alles, was man gern hätte, Barren (wir haben tatsächlich nichts gefunden, wofür wir unsere Silbermünzen ausgeben konnten). Zu all den Probleme kam später noch hinzu, dass wir, als wir die Website besuchen wollten, von Google einen "Zu viele Redirects"-Fehler bekamen... nicht gerade das Beste, was einem browserbasierten Spiel passieren kann.

Alles in allem hinterließ das Spiel bei weitem nicht das Gefühl, annähernd fertig oder formvollendet zu sein, bei all den eklatanten Problemen, die vor allem mit dem schlecht aufgebauten Webdesign zusammenhängen. Zwar kann man einerseits sagen, dass das Spiel noch im offenen Betatest ist, was mehr als eine vernünftige Ausrede ist, andererseits sehen die Spieler eine öffentliche Beta heutzutage leider als "Chance, das Spiel früh spielen zu können" und erwarten viel mehr von einem Spiel. Öffentliche Betaphasen sollten ein Stresstest sein, um sicherzustellen, dass das Spiel die Nutzer verkraftet, und um ein breiteres Feedback zu bekommen. Aber das Spiel sollte dafür zumindest um einiges näher an einem Veröffentlichungsstadium sein als Battle for Gea, denn die Hauptprobleme sind etwas, das jeder, der das Spiel spielt, bereits feststellen kann, bevor man in die offene Betaphase geht.

Kein großartiger erster Eindruck, aber abgesehen von alledem, ist das Spiel dennoch recht amüsant und wenn die Hauptprobleme geregelt sind, könnte man es sich noch einmal ansehen.

Sehr bald werden wir ein kommentiertes Gameplay-Video der erste Eindrücke veröffentlichen, als bleibt uns gewogen, wenn ihr mehr zu diesem neuen Titel erfahren möchtet.