F.E.A.R. Online im Spieltest

6 Overall Score
Grafiken: 6/10
Gameplay: 7/10
Sound: 5/10

unterhaltsames PvP | gut gestaltete Karten

Atmosphäre fehlt | uninspiriertes PvE | Grafiken & Sound wirken etwas veraltet


Wenn ihr begeisterte Ego-Shooter-Spieler seid oder Horrorspiele mögt, kennt ihr sicherlich bereits die F.E.A.R.-Serie, deren 3 Horror-FPS-Titel sich um ein spezielles Angriffsteam drehen, das die Geheimnisse aufdecken muss, die sich um ein übernatürliches Phänomen ranken, ein paranormales, kleines Mädchen und mysteriöse Laborexperimente.

Aeria Games hat entschieden, die F.E.A.R.-Fans mit der Herausgabe eines neuen Online-Shooters, der auf dem Franchise basiert, glücklich zu machen: F.E.A.R. Online, dessen Handlung parallel zu F.E.A.R. 2: Project Origin verläuft. Und da Halloween in der Luft lag, dachten wir, dass dies genau die richtige Zeit wäre, um einen gruseligen Horror-Eg-Shooter zu spielen. Hier sind wir also mit einem Spielbericht des neusten Abkömmlings dieser Serie. Ist das Spiel eure Zeit wert? Wird es seinem Namen gerecht? Lest weiter, um dies herauszufinden!

FEAR Online - news


F.E.A.R. Online versucht von Beginn an, die Atmosphäre der Einzelspielerspieler erneut zu erzeugen. Man wird von einem Tutorial empfangen, das recht handlungsgesteuert zu sein scheint. Eine Filmszene zeigt, wie man in einer Art halbzerstörtem Krankenhauszimmer aufwacht, wo überall Blut und Chaos ist. Während man in die grundlegende Bewegung und die Steuerung im Kampf eingeführt wird und hin und wieder ein paar Bösewichte tötet, tritt kurz Alma, das paranormale Mädchen der Serie in Erscheinung.

Wie man sich bei einem Ego-Shooter vorstellen kann, entspricht die Steuerung auch ihr so ziemlich dem Standard und ähnelt jedem anderen Shooter. Sie ist eigentlich präzise genug, jedoch fühlte sie sich für uns ein bisschen langsam und plump an, reagierte ein bisschen weniger gut, als wir das erwartet hatten. Das ist natürlich nichts, was das gesamte Spielerlebnis ruiniert, aber Bewegen udn Schießen fühlte sich trotzdem etwas weniger natürlich als bei anderen Shootern an.

Nachdem wir das Tutorial abgeschlossen hatten, gelangten wir zum Hauptmenü des Spiels, wo man den Spielmodus wählen kann, den man spielen möchte, angepasste Spiele erstellen, sein Inventar verwalten, Zugang zum Shop erhalten kann, usw. Hier erfuhren wir, wie man Waffen kauft oder herstellt, wie man sich mit ihnen ausrüstet und Spezialfähigkeiten aktiviert.

Die Waffen können in F.E.A.R. Online (mit der regulären und der Premiumwährung) gekauft oder selbst hergestellt werden, wozu man nach jedem Match Materialien erhält. Indem man ein Match gewinnt, erhält man zeitlich begrenzte Ausrüstungsgegenstände sowie Materialien als Belohnung, wobei es unterschiedliche Ziele zu erfüllen gibt, um spezielle Items zu erhalten. Bei Aufstieg in den Stufen erhält man sogar größere Belohnungen, wie z.B. neue (temporäre) Waffen, die man ausprobieren kann, um zu entscheiden, ob sie einem gut genug gefallen, um sie zu kaufen oder auch nicht.

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Mit unserer neu hergestellten Waffe, einer Art futuristischen Presslufthammer, der blaue Pfeile abschießt und Feinde an die Wand nageln kann (ziemlich cool!), machten wir uns zur Spielmodiauswahl auf. Das Spiel bietet 3 kompetitive PvP-Modi (Team-Deathmatch, Demolition und Messerkampf) und 3 Koop-Sezenario-Levels. Wir können nicht sagen, ob man weitere durch Fortschritte im Spiel freischalten kann, für den MOment erscheint das Angebot aber unserer Meinung nach ziemlich spärlich.

Ohne zu zögern, entschieden wir uns für das erste PvE-Szenario, das als "leicht" gekennzeichnet war, um herauszufinden, ob der Koop-Modus es schaffte, die Atmosphäre und das Gefühl der Einzelspielerkampagne der alten Spiele heraufzubeschwören. Leider ist dies nicht der Fall.

In diesem ersten Szenario, das in einer geheimen Untergrundbasis angesiedelt ist, wird man mit 3 anderen Spieler zu einem Team zusammengetan und muss das Ende des Levels erreichen, indem man eine Reihe zielbasierter Missionen erfüllt. Allerdings ist die Progression recht linear und ohne interessante Handlung, der man mit Filmszenen oder NPCs folgt. Die "Handlung" war einfach eine fade, uninspirierte Ausrede für die Action, die aus ganz einfachem checkpunktbasierten Arkaden-Gameplay bestand.

Auch die KI-Gegner glänzen nicht gerade, sondern kommen einfach auf einen zugelaufen, schwingen dabei wie verrückt Nahkampfwaffen oder schießen einfach ohne wirklich Strategie. Dies war zeitweise auch ziemlich frustrierend; so liefen wir z.B. durch einen Hochgeschwindigkeitszug, der in Flammen stand und schossen auf unserem Weg auf mutierte Ingenieure, als wir und all unsere Teamkameraden plötzlich ohne erkennbaren Grund starben.

Als wir das Level noch einmal in Angriff nahmen (wenn man stirbt und keiner der eigenen Teamkameraden einen wiederbeleben kann, war's das und man hat die Mission verloren und gelangt zurück zum Hauptmenü), bemerkten wir diesmal eine kleine Mitteiling auf dem Bildschirm, dass man ohne Zeit zu verschwenden laufen sollte, sonst würde man durch das Feuer sterben. Erst da stellten wir fest, dass die Flammen tatsächlich eine Gefahr darstellten und wir durch den Zug eilen mussten, wenn wir überleben wollten, und nur auf die Feinde schießen sollten, die den Weg versprerrten. Das Problem war, dass die Mittelung beim ersten Mal so klein war, dass weder wir noch unsere (wahrscheinlich ebenso neue) Teamkameraden) ihr Beachtung schenkten.

Etwas anderes, was uns überhaupt nicht gefiel, war, dass man Token nutzen musste, um die PvE-Levels zu spielen, und täglich nur 3 davon zur Verfügung hatte, es sei denn, man kaufte natürlich weitere im Shop...

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Wir hatten also keine Token mehr übrig und es nicht mal geschafft, ein einziges PvE-Szenario abzuschließen (das letzte, weil die Hälfte unseres Teams sich mitten im Spiel verabschiedete), sodass wir entschieden, den PvP-Part des Spiels auszuprobieren. Wir haben alle 3 Spielmodi, Team-Deathmatch, Demolition und Messerkampf, ausprobiert. Die PvP-Arenen sind gut gestaltet, komplex und mit genügend Punkten, an denen man unterschiedliche Strategien ausprobieren kann.

Selbst lediglich mit unserer Startwaffe ausgerüstet, hatten wir nicht das Gefühl, dass das Spiel unausgeglichen war. Klar gab es erfahrene Spieler mit fortschrittlichen Waffen, aber wir haben trotzdem ein paar Abschüsse erzielt und konnten unsere, Team in Demolition behilflich sein, wo man eine Bombe platzieren und zünden oder die Zielpunkte schützen und Bomben des gegnerischen Teams entschärfen muss.

Messerkampf ist lediglich ein Team-Deathmatch, bei dem man ausschließlich Nahkampfwaffen nutzen kann. Es ist ziemlich chaotisch und unserer Meinung nach recht zwecklos, aber es kann ganz nett und eine spaßige Abwechslung zu den anspruchsvolleren Spielmodi darstellen, wenn man einfach mal lachen möchte.

Was die Grafiken anbelangt, ist das Spiel einfach unterdurchschnittlich, wenn man es mit den modernen kostenlosen Shootern auf dem Markt vergleicht. Es ist sicherlich recht elegant, aber 3D-Modelle, Animationen und Texturen sind zum simpel und erscheinen ehrlich gesagt einfach alt. Der Sound ist ebenfalls uninspiriert und langweilig und insgesamt erhält man einfach den Eindruck, dass die Entwickler einfach nicht viel Mühe ins Spiel gesteckt haben.

SCHLUSSFOLGERUNG

Trotz seines Namens, verfehlt F.E.A.R. Online sein Hauptziel: den Fans ein Onlinespiel zu bringen, das dem F.E.A.R.-Franchise treu bleibt. Das PvE ist nicht immersiv oder gruselig, es gibt keine fesselnde Handlung und die Grafiken sind unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen kostenlosen Shootern auf dem Markt. Bleibt also der PvP-Part des Spiels, der aufregend sein und Spaß beim Spielen bringen könnte, aber ganz ehrlich, auch da gibt es zur Zeit Besseres auf dem Markt. Als hartgesottener F.E.A.R.-Fans, könnt ihr es auf einen Versuch ankommen lassen, ansonsten findet ihr leicht etwas Besseres, wofür ihr eure Zeit verwenden könnt.