Exklusive Review: Wizardry Online

6.5 Overall Score
Grafiken: 6/10
Gameplay: 7/10
Sound: 7/10

klassischer RPG-Stil | Hardcore | permanenter Tod | viele Dungeons

etwas dürftige Grafiken | Steuerung könnte flüssiger sein

Wir hatten kürzlich die Gelegenheit am Beta-Test von Wizardry Online teilzunehmen, dem neuen, von Gamepot entwickelten Hardcore-MMORPG, das auf der Wizardry-Saga basiert. Und natürlich haben wir für euch hier die komplette Berichterstattung über die Eigenschaften des Spiels.

DAS SPIEL

Beim Betreten des Spiel bekamen wir eine filmische Szene zu sehen, in der eine Gruppe Abenteurer mit einem Monster konfrontiert ist und dachten schon "Mal wieder ein typisches Video, bei dem die Helden das Monster besiegen..." Aber dann sahen wir, wie das Monster die Gruppe der Helden auseinandernahm - ja, die Helden wurden buchstäblich zerstückelt! Ein Überlebender floh verzweifelt aus dem Dungeon, um dann ebenfalls umzukommen, als der Fuß eines riesigen Monsters ihn zerquetschte...


Bei diesem Spiel handelt es sich um ein Hardcore-MMORPG, das seinen Schwerpunkt auf der Erkundung von Dungeons und dem Besiegen von Monstern hat und bei dem man permanent sterben kann. Nach dem Trailer begaben wir uns zur Charaktererstellungsansicht.

Einmal dort, sahen wir uns die unterschiedlichen Rassen an, aus denen man wählen kann: Menschen, Elfen, Porkul (eine Art kleiner Menschenartiger), Zwerg und Gnom (diese Rasse unterscheidet sich von dem, was man gewohnt ist, denn es handelt sich um kleinwüchsige Mädchen mit Hörnern). Das Spiel bietet 4 Klassen: Krieger, Dieb, Magier und Priester. Wir entschieden uns dafür einen Zwergenkrieger zu spielen und stellten sogleich fest, dass die Anpassungsparameter etwas begrenzt sind, dennoch kann man seinen Charakter recht anständig anpassen.


Das Spiel besitzt ein paar Details, die uns ziemlich gefallen haben, so kann man z.B. seine Ausrichtung wählen und hat eine zufällige Anzahl von Punkten, um die Charakterattribute festzulegen - ganz im Stile klassischer RPGs. Nach der Festlegung der Punkte und der Entscheidung über die letzten Details unseres mächtigen Zwergenkriegers, betraten wir das Spiel. Dabei stellten wir fest, dass es uns durch seine Ästhetik, die komplett durch einen Text erzählt wird, den man durch Klicks weiterbewegen muss, sehr stark an das klassische japanische Rollenspiel erinnert. Unser Start ins Spiel verlief etwas ungewöhnlich, denn wir wurden hingerichtet und von einem geheimnisvollen, mächtigen Krieger gerettet.

Danach gelangten wir in eine Stadt mit deutlichen Animé-Zügen. In unserem Interface sahen wir als erstes die Fähigkeitsbalken, die Möglichkeit, unsere Waffe zu ziehen und wieder einzustecken, um unterschiedliche Fähigkeiten zu erzielen (z.B. kann man mit einer gezogenen Waffen zurückspringen, um Angriffen auszuweichen, und mit einer eingesteckten Waffen kann man rennen) sowie 3 weitere Balken für HP, MP und OD (Energie, die genutzt werden kann, um zu rennen, zu springen oder Attacken zu blocken). Wizardry Online wartet mit all den typischen Dingen wie andere Spiele des RPG-Genres auf wie einem Fähigkeitsbaum, einem Inventar und der Möglichkeit, sich mit verschiedenen Ausrüstungsgegenständen auszustatten.


Nachdem wir gelernt hatten, unseren Charakter zu bewegen, entschieden wir uns, mit dem Tutorial, das das Spiel uns bot (was man auch auslassen kann, wenn man möchte), zu beginnen. Dabei präsentiert ein NPC uns die unterschiedlichen Spiel-Shops. Angefangen beim typischen Inn, über einen Schmied bis hin zu Trainern und Rekrutierern gab es alles. Nachdem wir einige langweilige Missionen absolviert hatten, um bestimmte NPC-Gegenstände zu bekommen, erreichten wir unser erstes Dungeon, das uns den Titel eines Abenteurers bringen und uns den Anschluss an die Abenteurergilde ermöglichen sollte.

Das Dungeon erscheint sehr düster und nach 2 Schritten unterrichtete und ein NPC über eine der wichtigsten Spielmechaniken: Tod und Wiederauferstehung. Dazu mussten wir sterben, was jedoch nur dazu diente, uns zu ziegen, wie das System funktioniert. Wenn man stirbt, wird man zum Geist und muss innerhalb einer bestimmten Zeit  zu einer Statue in Engelsform zurückkommen. Dort angekommen, muss man einen "Prozess" überstehen, der durch eine Waage dargestellt wird, die einem die Chance, ins Leben zurückzukehren anzeigt. Diese kann erhöht werden, indem man Gegenstände aus seinem Inventar oder bestimmte spezielle Objekte opfert. Gelingt die Wiederauferstehung, gelangt der Charakter mit einem kleinen negativen Effekt zurück ins Leben, versagt man jedoch, stirbt der Charakter für immer. Ja, ihr hab richtig gelesen: Euer Charakter kann für immer sterben - ein Ort ohne Wiederkehr!


Zurück im Leben, erkundeten wir das Dungeon und begegneten ein paar Monstern, wobei wir die Wichtigkeit des Ausweichens und Blockens von Angriffen erkannten. Wir bewegten uns etwas weiter voran und fanden ein paar Fallen, denen wir geschickt auswichen. Danach entdeckten wir eine interessante Truhe und versuchten, sie gewaltsam zu öffnen. Das Spiel zeigte uns unsere Möglichkeiten und Optionen und teilte uns mit, dass es möglich sei, dass die Truhe eine Falle beinhaltet. Wir brachen die Truhe jedenfalls auf - ein großer Fehler! Wir aktivierten dadurch nämlich eine Falle mit giftigem Rauch, der uns innerhalb weniger Sekunde umbrachte. Das Schlimmste war jedoch, dass wir, als wir zur Truhe zurückkehrten, feststellen mussten, dass das Aufbrechen die Gegenstände darin zerstört hatte und die Truhe nur noch Schrott enthielt... Dennoch ein ziemlich interessantes Detail! Danach lösten wir ein paar Rätsel und entdeckten einen Gegenstand, den wir zur Erfüllen der Mission erlangen sollten.

Nach Beendigung des Tutorials, bewegten wir uns freier durch die Stadt und entdecken so ein paar weitere Überraschungen.  Zum einen kann man andere Spieler und NPCs mit seinen Waffen schlagen, sie verletzten und töten. Tut man dies innerhalb der Stadt, bestrafen einen die Wächter. Tötet man dennoch andere Spieler, werden die Augen des Charakters rot und man wird zum Ziel von Wächtern und anderen Spielern. Eine weitere interessante Tatsache ist, dass man, wenn man andere Spieler tötet, einige ihrer Gegenstände stehlen kann. Innerhalb der Stadt ist man davor etwas geschützt, außerhalb muss man jedoch alle Augen und Ohren offen halten, wenn man durch die Dungeons läuft, um nicht getötet und ausgeraubt zu werden. Außerdem kann man durch die Erfüllung bestimmter Missionen seine Klasse ändern.


Nachdem wir ein paar Ausrüstungsgegenstände gekauft hatten, entschieden wir uns dazu, in unser erstes richtiges Dungeon einzutauchen, weil uns die Hauptmission des Spiels dorthin führte. Wir begaben uns also zum Stadttor und schlossen uns einer Instanz für das erste Dungeon "The Caligrase Sewers" an. Einmal drin, fanden wir ein paar Missionen sowie einige Spieler, die gegen Monster kämpften, vor. Wir stellten sofort fest, dass die Feinde einen leicht töten können und Fallen (wie wir bereits kennen gelernt hatten) tödlich sind. Nach der Erfüllung einiger Missionen des ersten Levels, entschieden wir uns für das nächste Level.

Mit jedem Level werden die Feinde stärke rund schwerer zu schlagen und die Rätsel und Fallen reichlicher. Deshalb entschieden wir, uns einer Gruppen Spieler anzuschließen, die da ebenfalls durchkam. Das Spiel belohnt den Zusammenschluss zu Gruppen, indem sich die Energie schneller regeneriert und man mehr Erfahrung gewinnt. Mit unserer kleinen Gruppe kamen wir also voran und besiegten alle Feinde, die uns begegneten, bewegten uns aber dort, wo Fallen sein könnten, extrem vorsichtig. Nach einer Weile fanden wir ein Monster, das wie ein Boss aussah, und ein paar Abenteurer, die gegen es kämpften. Also schlossen wir uns dem Kampf an und schafften es, den Boss zu besiegen, woraufhin wir unser erstes dropped Item erhielten. Danach erkundeten wir ein paar weitere Levels, erfüllten mehrere Missionen und können sagen, dass das Spiel bei uns einen positiven Nachgeschmack hinterlassen hat.


GRAFIKEN UND SOUND

Die Grafiken des Spiels sind leider etwas dürftig, wenn auch funktionell. Das Spiel wirkt in Wahrheit alt. Andererseits ist der klassische RPG-Aspekt sehr gut erzielt. Die allgemeine Animationsästhetik ist auch recht gelungen, sowohl die Charaktere als auch die Umgebung sind mit farbenprächtigen Grafiken in der Stadt und mit finsteren, dunklen Grafiken (voller Fallen) in den Dungeons dargestellt.

Auch Musik und Sound funktionieren sehr gut und erinnern stark an die klassischen japanischen Rollenspiele. Die Stadt besitzt Musik und Soundeffekte, um Geschäftigkeit und Animation zu unterstreichen. In den Dungeons ertönt eine spannende Musik sowie Soundeffekte, die zu deren Ästhetik passen.

DER ONLINE-SHOP

Im Spiel-Shop kann man viele Gegenstände finden, die von Waffen und Rüstung bis hin zu Tränken und ästhetischen Objekten reichen. Es gibt auch mehrere Boni, die u.a. die Erfahrung und das verdiente Gold erhöhen. All diese Dinge können durch Bezahlung einer kleinen Summe realen Geldes erworben werden.


SCHLUSSFOLGERUNGEN

Wizardry Online ist ein ziemlich unterhaltsames Spiel - perfekt für jene, die Fans des klassischen Rollenspiels und der Animé-Ästhetik sind. Es ist tatsächlich ein ziemliches Hardcore-Spiel mit Dingen wie dem permanenten Tod oder dem Schwierigkeitsgrad, die es einzigartig machen. Allerdings wirkt es etwas veraltet mit seinen Grafiken und die Steuerung ist manchmal etwas nervig. Wenn ihr also diese Art von Spielen mögt, in denen jeder Atemzug euer letzter sein kann, dann können wir euch nur empfehlen, es einmal zu testen!