Exklusive Review: Tom Clancy’s Ghost Recon Online

7 Overall Score
Grafiken: 8/10
Spielverlauf: 7/10
Handlung: 4/10

formvollendet, sehr gute Karten, fesselnd

zu Beginn ziemlich verwirrend, etwas merkwürdige, ärgerliche Kleinigkeiten

Wir haben uns letztens die Zeit genommen, um Tom Clancys Ghost Recon Online, den neuesten Titel der Ghost Recon-Reihe von Ubisoft, der sich zurzeit in einer Open-Betaphase befindet, ausgiebig zu testen. Den meisten Konsolenspielern wird diese Reihe ein Begriff sein, trotzdem ist für Ghost Recon Online momentan nur eine Veröffentlichung für PCs vorgesehen. Während Nintendo im Juni 2011 bei E3 mitteilte, dass das Spiel für die bald erscheinende Wii U herausgegeben wird, gab Ubisoft bekannt, dass man sich im Moment allein auf die PC-Version konzentriere.

Das Spiel selbst bleibt seinen Vorgängern treu und reiht sich in eine lange Liste kostenloser MMOFPS-Spiele, die in den nächsten Monaten erscheinen werden. Mit Ubisoft am Steuer und der Historie der Reihe von über einem Jahrzehnt, erwarten wir Großes von Ghost Recon Online.


Was sind also unsere Eindrücke? Also, unserer Meinung nach haben sie einen wirklich guten Start hingelegt. Sobald man ins Spiel einsteigt, wird man sofort von einem Willkommensvideo begrüßt und von einem Tutorium begleitet, dass einem die Grundlagen des Kampfes und der Bewegung zeigt und die notwendigen Tasten für das Spiel hervorhebt. Nach dem Video wird man Schritt für Schritt durch die Benutzerschnittstelle geführt und bekommt mit Popups die Benutzung des spielinternen Shops erklärt, in dem man die freien Requisitionspunkte (spielinterne Währung bei Ghost Recon Online, siehe unten) für Granaten ausgeben kann. Danach folgt die Erklärung, wie man die erworbenen Dinge in sein Inventar übernehmen kann. Es ist eine ganz einfache, aber auch sehr effektive Methode, den Spieler an die Hand zu nehmen und durch den Prozess zu führen, bevor man seine Klasse wählt und als letzter Schritt direkt ins Spiel entlassen wird.

Es gibt 3 Klassen, aus denen gewählt werden kann: Stoßtrupp, Spezialist und Aufklärer, die alle im Level 1 beginnen, mit der Zeit Erfahrungspunkte aus Kämpfen gewinnen, aufleveln und neue Fähigkeiten und erhältliche Ausstattung freischalten. Der Stoßtrupp ist dein typischer Panzer, besitzt ein tragbares Abwehrsystem, dass durch ein großes Hitzegefühl beinahe kampfunfähig macht und stößt durch die feindlichen Linien, um seinen Trupp voranzubringen. Der Spezialist ist Teil deiner Verteidigung und Unterstützung, der mit einer Schrotflinte und einer Lichtmaschine ausgestattet ist, um bemerkenswerte Kräfte zu entwickeln, die den Gegner aufhalten. Der Aufklärer ist sowohl Kundschafter als auch Scharfschütze, in der Lage, mit seinem Sensor feindliche Ziele für sein Team auszuspähen, sich aber meistens im Hintergrund halt und darauf wartet, dass sich jemand aus der Deckung begibt, um ihn dann mit einem Kopfschuss hinzurichten.


Da ich einige Zeit keinen Shooter gespielt habe, dachte ich, ich würde mit der Wahl des Aufklärers bei der Reise durch die Action eher auf dem Rücksitz Platz nehmen. Und als ich mich in die Schlacht begab, stellte ich fest, dass die meisten Leute diesen Gedanken hatten: Von beiden Teams war über die Hälfte der vertretenen Klassen Aufklärer – das Spiel heißt ja schließlich auch Ghost Recon (Geistaufklärer).

Wenn der Titel des Spiels erklärt, warum so viele Leute den Aufklärer wählen, dann könnte "Ghost" dafür stehen, warum ich das so oft starb. Denn das tat ich wirklich oft! Zu Beginn fand ich das Spiel ziemlich verwirrend: Ich war nicht sicher, was einige Markierungen auf der Karte bedeuten, konnte nicht erkennen, warum sich einige auf meinem Sensor als Feinde zu erkennen gaben und andere nicht, was soweit ging, dass ich sie manchmal für Verbündete hielt, um dann sofort mit einem Kopfschuss von ihnen begrüßt zu werden. Jetzt würde ich behaupten, dass Spieler, die mit FPS-Spielen und der Ghost Recon-Reihe vertraut sind, keine Probleme haben werden, wenn sie ins Spiel einsteigen, die Lernkurve ist auch gar nicht so steil; nichts ist so komplex, dass es mehr als ein paar Spiele braucht, um es zu verstehen.


Das Hauptmerkmal, das ich bei Ghost Recon feststellen konnte, ist, dass es wie die gewöhnlichen MMOs mit ihrer Klassen-"Dreifaltigkeit" (Heiler, Panzer, DPS) in einer ganz ähnlichen Weise funktioniert. Die Teams, die zusammenarbeiteten, haben die Kämpfe absolut dominiert, während man höchstens ein paar Abschüsse einsacken konnte, wenn man aber auf sich allein gestellt loszog. Es wurde ziemlich schnell sehr klar, dass es sehr schwer werden würde, die Kartenziele zu erreichen, wenn man nicht in einem Sturmteam zusammenarbeitete (z.B. in einer Gruppe, die jede Klasse abdeckte und zusammenhielt), vor allem wenn man sich im Angriff befand.

Die Karten sind ziemlich gut und von anständiger Größe, sodass sowohl der Aufklärer mit großer Reichweite als auch der im Nahkampf spezialisierte Stoßtrupp gleichermaßen erfolgreich sein können. Sie bieten meist eine schöne Zusammenstellung von Türmen, langen Korridoren und sich eng windenden Treppenhäuser. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, alle Karten zu sehen zu bekommen, bekam dafür aber die zuletzt veröffentlichte Karte gleich viermal hintereinander, da sie zufällig zugeteilt werden, wenn das System, die 8-Spielerteams zusammenstellt. Das ist für viele Spieler ein ziemliches Schreckgespenst, dass sie sich die Karten, auf denen sie spielen, nicht selbst wählen dürfen, um entweder die neu herausgebenen zu testen (während ich sie viel gespielt habe, gab es andere, die sie kein einziges spielen konnten) oder auf ihren Lieblingskarten zu spielen. Da es sich noch um die Betaphase handelt, erwarten wir, dass es für die zu veröffentlichende Version anders vorgesehen ist. Das was wir von den Karten zu sehen bekamen, sah ziemlich tadellos aus.


Nachdem wir ein paar Runden gespielt hatten, hatten wir einige Punkte gewonnen, die wir im Shop ausgeben konnten. Was die Geschäftsmechanik angeht, so geht Ghost Recon nicht gerade sehr innovative Wege: Es gibt 2 Währungsarten, die als "Requisitionspunkte" (RP) oder "Ghost-Münzen" (GM) angeben werden.

Requisitionspunkte werden während des Spiels verdient und können benutzt werden, um Ausrüstung, Waffen und Upgrades im Spielshop zu erwerben. Allein im Spiel zu sein, bringt einem gegen Ende eine Handvoll Punkte, es werden mehr, wenn dein Team gewinnt. Für das Gewinnen täglicher Kämpfe, das Erfüllen von Missionen oder das Teilnehmen an speziellen Events gibt es zusätzliche Belohnungen. Die Missionen sind einfach und hängen nicht immer nur von einem selbst ab; eine der ersten Missionen erwartet von deinem Team 50 Abschüsse in einer einzigen Runde. Es gibt RPs und Belohnungsgegenstände wie Granaten, wenn man bis zum Ende kämpft, um die Leute dazu zu bewegen, nicht mitten im Spiel auszusteigen, wenn die Dinge nicht den gewünschten Verlauf nehmen.


Ghost-Münzen sind die Premiumwährung des Spiels und funktionieren genauso wie die RPs. Die Spieler können Ghost-Münzen erwerben, wenn es ihnen an Zeit oder Geduld mangelt, um beim Spielen RPs anzusammeln. Alle Gegenstände sind gegen beide Währungen erhältlich und derzeitig gibt es keine exklusiven Items, die nur für zahlende Kunden angeboten werden.

Zusammenfassung gefällig? Ghost Recon Online ist ein ziemlich gutes Spiel, wenn man in Betracht zieht, dass es noch in der Betaphase ist. Und auch wenn es ein paar Merkwürdigkeiten und kleinere ärgerliche Dinge (vor allem die Kartenwahl) aufweist, hat es sich doch wie ein formvollendetes Spiel, das fast reif für die Veröffentlichung ist, gespielt und angefühlt. Derzeit gibt es nur eine Handvoll Karten und Spielmodi, aber es wir mit der Zeit ohne Zweifel weitere sowie die bei MMOFPS-Spielen üblichen Trimmings geben.


Als sehr teamorientiertes Spiel, gibt es anfängliche Bedenken, ob das Spiel sofort neue Spieler anziehen wird. Pickup-Gruppen sind notorisch schlecht, vor allem in den Anfangsleveln, wenn die Leute ihre Rollen noch nicht kennen und/ oder nicht wissen, was von ihnen als Teil eines größeren Teams erwartet wird. Wenn man nur gelegentlich spielt und sich immer wieder ein- und ausloggen kann, ohne in die sozialen Klan-/ Gildenaspekte verwickelt zu sein, halten wir es für möglich, dass Einzelspieler ihr Anfangserlebnis frustrierend finden könnten. Wenn man sich aber entschließt dabeizubleiben, und die ersten Hürden zu überwinden, glauben wir, dass Ghost Recon Online ein großartiges Spielerlebnis bieten und ein echter Herausforderer unter seinen MMOFPS-Kollegen sein wird.







 

One Comment - "Exklusive Review: Tom Clancy’s Ghost Recon Online"

  1. b3ta™ 28/10/2012 at 21:39 -

    is ok!
    arctic combat ist mein tip!