Exklusive Review: City of Steam: Arkadia

6.6 Overall Score
Grafiken: 7/10
Gameplay: 6/10
Sound: 6/10

Einzigartiger Steampunk-Rahmen | bessere Grafiken als in den meisten anderen Browserspielen

Generisches Gameplay |Energiesystem könnte lästig werden | absurde Monster-Respawn-Rate


Wenn ihr das Akronym "MMORPG" lest, kommt euch sicherlich als Erstes das typische Fantasy-Spiel in den Sinn, mit Festungen, Monstern, Schwertern und Magie. Das ist so, weil tatsächlich 90% der MMORPGs, die es gibt, den sicheren Weg der Fantasy-Thematik einschlagen, der seit jeher der Mainstream und das am meisten geliebte Setting ist. Mit der Zeit haben allerdings mehrere Software-Firmen versucht, mit ihren Spielen in Sachen Setting und Thematik etwas Neues zu bieten, so z.B. die Sci-Fi-Spiele EVE Online, Star Wars Galaxies, Anarchy Online und SWTOR. Nun versucht Mechanist Games, dem seltsamerweise unterschätzten Steampunk-Setting mit City of Steam: Arkadia zu huldigen. Das 3D-Browserspiel möchte ein neues Spielerlebnis bieten, das Hack&Slash-Elemente im Diablo-Stil mit einem komplett ausgestatteten Themenpark-MMORPG verbindet.

City of Steam screenshot 10

Man kann City of Steam: Arkadia entweder spielen, indem man einen Micro-Client herunterlädt, oder direkt im Browser. Wir haben es allerdings nicht geschafft, den Client zum Funktionieren zu bringen, sondern immer einen unbekannten Fehler erhalten, sodass wir gezwungen waren, über unseren treuen Browser zu spielen. Kein wirklich guter Anfang, oder? Wie auch immer, das Spiel ist als Browserspiel entwickelt, also lasst uns unser Abenteuer beginnen.

Das Spiel ist extrem leicht zugänglich, denn man muss sich nur registrieren oder über Facebook einloggen, auf "Play" klicken und warten, bis ein sehr schneller Ladebalken voll ist.

Das Spiel bietet 4 Klassen - Arcanist (die Stemapunk-Version des klassischen Zauberers), Gunner (physisches Fernkampf-SPS-Klasse mit Pistolen und Gewehr), Warder (Nahkampf-Tank) und Channeler (magischer Unterstützer) - sowie 10 (ZEHN!) Rassen. Okay, 4 von ihnen sind tatsächlich verschiedene Menschenrassen, aber jede hat ihren ganz eigenen Hintergrund und einen einmaligen Stil. Außer den Menschenrassen gibt es eine Art böse aussehender, blaßer Elfen, die Draug genannt werden, klassische Elfen, die Riven heißen, 3 Grünhautarten (Kobolde, Hobbes und Orks) und Zwerge. Allein durch die Startkleidung und die Basisausrüstung der einzelnen Rassen erhält man schon einen ersten Eindruck von der Wichtigkeit des Steampunk in diesem Spiel; und wir sind sicher, dass viele Steampunk-Spieler auf der Suche nach einem neuen virtuellen Zuhause darüber sehr glücklich sein werden.

City of Steam screenshot 8

Ihr werdet von einer netten, synchronisierten Videoszene mit animierten Zeichnungen empfangen, die den Beginn der Haupthandlung im Spiel erzählt. Es gibt noch weitere dieser Szenen im späteren Verlauf des Spiels, die wichtige Elemente hervorheben und durch ihre Handlungserzählung wirklich zur Immersion beitragen.

Ein weiterer Faktor, der für das komplette Eintauchen hilfreich ist, ist die persönliche Geschichte eures Charakters, die Quest um Quest interessante NPCs, verschiedene Wahlmöglichkeiten für die Dialoge und unterschiedliche Situationen beinhaltet. Zum Anfang passiert zum Beispiel etwas (keine Vorwegnahme) und ihr müsst euch durch einen fahrenden Zug bewegen und ihn Waggon für Waggon von Monstern befreien.

Das Steampunk-Setting ist formvollendet und extrem gut gemacht: Es gibt überall Dampfmaschinen aus Kupfer und Bronze, Schornsteine, Lokomotiven, Raketenrucksäcke, Motorräder und Roboter; selbst typische Fantasy-Elemente wie Schwerter und Zauberstäbe haben einen starken Steampunk-Einfluss!

Was die Grafiken betrifft, nutzt das Spiel die kräftige Unity-Grafikmaschine, um direkt im Browser mit einer kompletten 3D-Welt aufzuwarten. Texturen und Details vieler Charaktere, Rüstungen und Item-Modelle sind sehr nett, aber nicht überraschend toll - da haben wir schon viel bessere Ergebnisse mit Unity gesehen. Viele der abgeschlossenen Räume wie Dungeons sind hingegen einfach nur uninspiriert und langweilig. Andererseits sind die offenen Räume wie Städte klasse, detailreich, voller Charaktere und lassen einen die beeindruckende Tiefe des Feldes erleben. Leider sind die Charakteranimationen etwas steif und hätten definitiv etwas mehr Hingabe bekommen können.

City of Steam screenshot 6

In Bezug auf das Gameplay, beginnen die Kurse jedoch zu fallen. Die Steuerung ist exakt dieselbe wie jene, an die euch Themenpark-MMORPGs jahrelang gewöhnt haben: WASD oder Mausklick zur Fortbewegung, Maus zur Interaktion/ zum Angriff/ Kamerabewegung und Zahlentasten für eure Fähigkeiten. Das ist wirklich alles. Die Reaktion ist nicht die Beste, die wir je erlebt haben, und der Kampf fühlte sich etwas plump und verzögert an.

Eine nette Ergänzung ist die Möglichkeit, seinen Charakter mit 3 unterschiedlichen Waffensets auszurüsten, beispielsweise Zweihandwaffe, Einhandwaffe plus Schield und Doppelwaffe, die man mit nur einem Klick schnell wechseln kann, wenn man nicht im Kampf ist. Das Lustige ist, dass jede Waffe auf euren Charakter gezeigt wird, mit 2 Pistolen und einem Gewehr sieht euer Charakter also schon wie eine wandelnde Waffenkammer aus. Wie gewöhnlich habt ihr die Möglichkeit, euren Charakter beim Aufleveln weiterzuentwickeln, indem ihr in verschiedenen Fähigkeitsbäumen voranschreitet.

Die Progression im Spiel ist extrem linear und basiert auf den klassischen Questketten. Soweit wir sehen konnten, basieren die Quests in City of Steam allerdings alle auf demselben Konzept: Begib dich in eine Kampfzone und erfülle alle Questvoraussetzungen, wozu meist eine bestimmte Anzahl Monster, das Sammeln eines bestimmten Geldbetrages und das Erledigen des Bosses gehört. Wenn ihr das erledigt habt, werdet ihr belohnt und könnt zur nächsten Zone oder zurück in die Stadt gehen. Das ist zwar für eine Weile ganz unterhaltsam, aber wir können uns leicht vorstellen, dass viele Spieler es nach einer Weile als Plackerei und monoton empfinden.

Es gibt andere Aktivitäten wie Fischen, Bergbau, Crafting und an einem gewissen Punkt erhaltet ihr ein cooles Steampunk-Motorrad, das mit Upgrades versehen werden kann, um es schneller und schicker zu machen. Wir sind uns aber nicht sicher, wie lange dies das MMORPG-Publikum unterhält, denn das gesamte Erlebnis fühlt sich einfach... alt an.

City of Steam screenshot 4

Es ist kein SCHLECHTES Spiel, das wollen wir klarstellen, aber es gibt keine wahren Innovationen oder wirklich einzigartige Features, abgesehen vom Steampunk-Setting. Und als langjähriger MMO-Spieler werdet ihr ständig das unterschwellige Gefühl haben, das Spiel bereits gespielt und alles bereits gesehen zu haben.

Es gab auch ein paar Aspekte beim Design des Spiels, die uns gar nicht gefallen haben. Zu allererst wäre da, dass ihr einen bestimmte "Energie"-menge habt und das betreten von Questgebieten euch ein bisschen dieser Energie kostet, die sich aber mit der Zeit wieder auffüllt, genau wie in Facebook-Spielen. Während der Anfangslevels war das zwar überhaupt kein Problem, könnte aber später für einen Spieler, der viel spielt, frustrierend werden und ihn zwingen, das Portemonaie zu zücken, um weiterspielen zu können.

Die zweite Sache ist, dass die Respawn-Rate der Monster aberwitzig ist. Sagen wir, ihr seid in einem Dungeon und es gibt 2 Monstergruppen vor euch. Ihr tötet die erste, geht weiter, um die zweite zu bekämpfen und während ihr diese fertig macht, taucht die erste Gruppe hinter euch wieder auf und kommt euch angreifen. Zum Glück sind die normalen Monster in der Regel schwach und wir ahben immer geschafft, sie jedes Mal alle zu töten, aber manchmal war das echt lästig.

SCHLUSSFOLGERUNG

City of Steam: Arkadia ist ein komplett ausgestattetes, browserbasiertes 3D-Themenpark-MMORPG. Sein ziemlich einmaliges Setting wird wahrscheinlich die Fans des Steampunk, die auf ein echtes Steampunk-MMORPG gewartet haben, glücklich machen. Davon abgesehen, hat das Spiel allerdings nichts wirklich Innovatives oder Originelles zu bieten und das gesamte Spielerlebnis leidet unter einem schlimmen Fall von "noch mehr derselben Sorte", eine Krankheit, die viele moderne MMORPGs befallen hat. Außerdem gibt es, obwohl es für ein Browserspiel technisch gut ist, einige merkwürdige Designentscheidungen, die manche Spieler nerven könnten.