Big Bang Empire im Spieltest

7 Overall Score
Gameplay: 5/10
Grafiken: 8/10
Performance: 10/10

Fantastische illustrative Grafiken | sehr lustig.

Inhalte wiederholen sich nach einiger Zeit.


Playata, das Unternehmen, das das Superheldenspiel Hero Zero und das Agentenspiel Operation X hervorgebracht hat, hat nun eine neuauflage des attributsbasierten Brower-MMORPGs am Start: Big Bang Empire. Im Grunde sind alle 3 dieser kostenlos spielbaren Spiele genau dasselbe, haben jedoch ihre eigene Thematik. Die Spieler erstellen einen Charakter und arbeiten daran, ihre 4 Hauptattribute zu verbessern, Geld zu verdienen, neue Ausrüstung zu erlangen, um sie ihrer Charakterübersicht hinzuzufügen und ihren Charakter damit auszustatten, sie erfüllen Quests und schalten verschiedene Features frei. Bei Hero Zero liegt der Schwerpunkt darauf, dass die Spieler Möchtergern-Superhelden sind, die sich vom Vorstadtaufpasser zum Verbrechensbekämpfer in der Großstadt hocharbeitet. Bei Operation X werden die Spieler zum besten Geheimagenten in Europa, während Big Bag Empire... nun ja. Als wir den Titel zum ersten Mal hörten haben wir an "Big Bang" = Urknall gedacht, also vielleicht was mit Wissenschaft, Weltraum, Aliens? Nein weit gefehlt! In Big Bang Empire ist man ein aufstrebender Pornostar, der darauf aus ist, in der Erwachsenenunterhaltungsindustrie Fuß zu fassen. Genau.

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Gleich zu Spielbeginn wurden wir aufgefordert, unseren neuen männlichen oder weiblichen Charakter zu erstellen und ihn so zu gestalten, dass er irgendwie zwischen Trash-König mit Vaterproblemen und vollbusiger, blonder Barbie aussah oder nach einem Model in Calvin Klein-Unterwäsche, das zu einem verwirrt aussehenden, zu Glatze neigenden Hengst mit verborgenen Talenten heruntergekommen war. Die Auswahlmöglichkeiten für das Aussehen sind ziemlich umfangreich, jede Menge Features, durch die man sich in einer langen Liste aus Voreinstellungen klicken kann. Und dann kann man seinem Charakter natürlich einen anständigen Pornostarnamen verpassen. Für gewöhnlich bevorzugen wir, unsere männlichen Charaktere "Goodfellow" und unsere weiblichen Charaktere "Goodlady" zu nennen, diesmal haben wir uns dem Thema des Spiels entsprechend für "Hellagoodlady" entschieden, bevor wir die ersten unsicheren Schritte ins Spiel unternahmen.

Da wir die anederen beiden Spiele zuvor bereits gespielt hatten, fiel uns leider auf, dass sich die Inhalte nicht wirklich doll verändert hatten. Es ist dasselbe Spiel mit 4 Attributen, bei dem die Spieler entweder Missionen annehmen können, um EP und Geld zu verdienen, oder einem Teilzeitjob nachgehen können, um mehr Geld nach Hause zu bringen. Man kann gegen andere Spieler kämpfen und dann Gegenstände im Laden kaufen, um diese auf die unterschiedlichen Kleidungsbereiche zu verteilen und Boosts zu erhalten. In grafischer Hinsicht sieht das Speil großartig aus, die Illustrationen für die Charaktere, die Kleidung und Szenen sind ziemlich gut und die eher cartoonartigen Bilder sorgen dafür, dass das Bild keinen absolut schmierigen Anschein erweckt (es fühlt sich manchmal schon nocht recht schmierig an). Für die Ausstattung des Charakters (in unserem Fall ein weiblicher, denn... ihr wisst schon... wenn man sich schon ein halbnackten Cartoon ansehen muss, dann kann der ebenso gut auch weiblich sein, oder?) gibt es zahlreiche Accessoires und verschiedene Outfits, von zerschlissenen Jeans, über Miniröcke, bis hin zu Krankenschwesterkleidung, Outfits im Stil frecher, französischer Schulmädchen, und alles, was man sich so vorstellen kann. Die Gegenstände, mit denen man sich ausrüsten kann reichen von Brustwarzen-Piercings bis zu "handgefertigten Doppeldildos"... nein, wir veralbern euch nicht, dieses letzte Accessoire war eine ziemliche Überraschung, denn wir hatten nicht erwartet, dass es so... intim werden würde.

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Die Missionen folgen alle einem Handlungsbogen, bei dem es darum ging, unseren Charakter von der Vorstadt und den im lokalen Motelzimmer selbstgedrehten Filmen in die große Stadt und darüber hinaus zu bringen. Die Fähigkeitsherausforderungen verlangen von einem, dass man ein spezielles Attribut bei einem bestimmten Stadium hat, auch wenn man nicht weiß, welches Stadium das ist, bevor man versucht, es abzuschließen, was im Grunde bedeutet, dass man eine Aufgabe annimmt und dann eine gewisse Zahl von Minuten wartet, bis sie von selbst abgeschlossen ist und man entweder besteht oder durchfällt, je nachdem, ob die Fähigkeit groß genug war. Der Kontext war immer handlungsgesteuert, z.B. muss man einem Produzenten seine besten Fantasien für seinen nächsten Film beschreiben und fällt durch, wenn das eigene Charisma zu niedrig ist. Im Gegensatz dazu sind die Zeitmissionen im Wesentlichen dasselbe, aber sie werden erfüllt, wenn die Zeit abgelaufen ist. Bei dem Kampfmissionen geht es immer darum, dass zweifelhafte Filmverantwortliche zu persönlich werden oder gruselige, schmachtende Fans ans Set kommen und einen zwingen, ihnen den Hintern zu versohlen.

Unser größer "Wirklich?"-Moment war, als das PvP dann tatsächlich PvP war, Faustkämpfe zwischen rivalisierenden Pornostars, denn während der Kampf zur Thematik eines Superhelden- oder Geheimagentenspiels passt, scheint er für ein Pornostarspiel irgendwie unpassend.

Eines der interessanteren Features war der Entstehungsprozess eines eigenen Films, was gewöhnlich erfordert, ebestimmte Aufgaben zu erfüllen, z.B. eine bestimmte Anzahl an Duellen zu kämpfen und seine Energie beim Abschließen von Missionen für eine gewisse Anzahl an Malen zu verbrauchen, und dann schließlich Gegenstände zu sammeln wie "weiße Bettlaken", die durch das Abschließen besagter Missionen erhältlich sind. Wenn man seinen Film wählt, erhält man einen zufälligen Filmtitel (den man ändern kann, wenn man die Echtgeldwährung Diamanten ausgibt), darunter so beeindruckende Titel wie "Lüstere Häschen - Getrocknet, aber immer feucht", "Total feuchte Schlampen - Die frühen Jahre", "Sehnsuchtsvolle Weiber - Geh bis ans Ende" und "Mamis kleiner Star - Die verlorenen Akten"... oh ja.

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Lassen wir das Thema für einen Moment außen vor, egal ob BBE oder Hero Zero, das Spiel ist von Natur aus ziemlich locker und wenn man sich nur ab und an mal einloggt, dann gibt es auch ein spaßiges Element, in vielerlei Hinsicht erinnerte es uns an da beliebte Facebook-Spiel Mafia Wars: man steigert Fähigkeiten, erlangt Gegenstände, verprügelt Leute. Das Thema sorgt manchmal für ein bisschen billiges Gelächter, aber meistens ist es irgendwie kindisch und würde eher ein jüngeres Publikum ansprechen (so falsch wie dies bei dieser Thematik ist), das es wahrscheinlich sogar schon spielt, wie man aufgrund der Studio-/ Gildennamen, die wir gesehen haben, annehmen. Wenn euch nichts so schnell peinlich berührt und ihr ein bisschen Zeit übrig habt... sicher,w arum sollte man es nicht probieren, wobei einer der beiden anderen, ähnlichen Spiele einem dabei ein weniger peinliches Gefühl geben, wenn man langsam die Ränge zum "Kameramädchen" oder "Gut Ausgestatteten" aufsteigt. Der Inhalt ist ziemlich wiederholend und wir sind nicht sicher, ob es uns lange genug bei Laune halten würde, um die Rangliste zu erklimmen. Aber wenn ihr kompetitiv orientiert seid, könnte es eine nette Abwechslung zu den anderen Spielen sein, die ihr spielt; allein das Thema macht es schon sehr anders.