Exklusive Review: Topia Island

Topia Island THUMPNAIL - Review
6.7 Overall Score
Grafiken: 7/10
Gameplay: 6/10
Handlung: 7/10

nette Grafiken | leicht zu erlernen | interessante Story

verlangt viel Geduld bzw. echtes Geld, um Energie aufzuladen | teilweise fehlende Übersetzungen | kein Sound

Wir haben kürzlich die Gelegenheit genutzt, die Open-Beta-Version von Topia Island zu testen, und wollen unsere Eindrücke, die wir vom Spiel sammeln konnten, mit euch teilen:

TopiaIsland ist ein Browserspiel für Gelegenheitsspieler, das von Bytro Labs entwickelt wurde. Das Spiel kombiniert soziale Elemente mit Aspekten des Echtzeit-Strategie- und Stadt-Management-Genres, was in einem innovativem Spielerlebnis resultiert. Die Spieler erkunden eine tropische Insel, auf der sie Ressourcen sammeln, um Häuser zu bauen, eine Gemeinde zu gründen und eine Wirtschaft aufzubauen. Der auf der HTML-5-Technologie basierende Titel erfordert keinerlei Download und weder ein Flash- noch Java-Plug-in, sondern kann direkt in jedem gängigen Browser gespielt werden.

ALLGEMEINER SPIELVERLAUF

Beim Eintritt in die Spielwelt wird man von Tammy empfangen, einem Charakter, der den Handlungsstrang präsentiert und einem hilft, seine Reise durch das Spiel zu beginnen, indem sie einem Aufgaben stellt. Auf seinen allerersten Schritten führt sie einen und erklärt die Icons und wo man was findet. Unserer Meinung nach ist das ein sehr schöner Weg, den Spielern ein tutorialähnliches Feature zur Verfügung zu stellen, ohne sie mit offensichtlichen und dadurch vielleicht langweiligen Aufgaben zu nerven, um sie mit dem Spielverlauf und seinen Mechaniken vertraut zu machen. Man fühlt sich vom Start weg sofort in die Handlung einbezogen.

Zuerst wird man aufgefordert, Wohnhäuser für seine Siedler zu bauen, die sich erkenntlich zeigen, indem sie regelmäßig Miete zahlen. Und um dies in Angriff nehmen zu können, muss man ein paar Rohstoffe sammeln, nämlich Holz und Steine. Bald stellt sich ein weiterer Charakter vor: Florence, die Ärztin des nahe gelegenen Krankenhauses. Sie veranlasst den Spieler, eine Farm zu errichten und Erdbeeren anzubauen. Erdbeeren wären vielleicht nicht das Allererste, was einem in den Sinn kommt, wenn man eine Landwirtschaft aufbauen will - zumindest wären wir eher geneigt gewesen, andere Feldfrüchte anzubauen, um die Bevölkerung zu ernähren, aber nun ja... Schließlich ist es nur ein in einer Comic-Welt angesiedeltes Gelegenheitsspiel, da kann man solche Dinge vielleicht verzeihen, oder?

Wir kamen ganz gut voran, sammelten schnell Erfahrung und erreichten einige der nächsten Levels, indem wir mehr Hütten und eine Schule errichteten, um die Bevölkerung zu vergrößern, Pflanzen anbauten, eine Manufaktur bauten, um ein paar Waren zu produzieren und eine Wirtschaft aufzubauen. Außerdem lernten wir noch weitere Charaktere, die in die Handlungserzählung des Spiels einbezogen sind kennen: Clayton, den Handwerker, einen Rebellen namens Jack, sowie eine ältere Dame, die das böse Imperium repräsentiert, und einen Schmuggler. Die Zeit verging beim Spielen wie im Fluge, da wir ständig mit neuen, interessanten Aufgaben konfrontiert wurden, die es zu erfüllen galt und die uns tiefer und tiefer in die Story von Topia Island eintauchen ließen.

Allerdings gerieten die Dinge ein wenig ins Stocken, als wir an einem gewissen Punkt angekommen waren. Und zwar deshalb, weil jede Aktion, die man im Spiel unternimmt, Energie erfordert, die - so zumindest unser Eindruck - unzureichend zur Verfügung gestellt wird. Die Felder abzuernten, Holz zu sammeln, die in der eigenen Manufaktur hergestellten Waren abzuholen, Gebäude zu errichten und sogar die Mieten einzutreiben - alles, was man tut, erfordert Energie und der Energiebalken ist begrenzt und wird nur langsam größer, wenn man höhere Levels erreicht. Zwar füllt sich dieser Balken automatisch alle 5 Minuten um einen Punkt und man erhält ganz selten auch mal ein bisschen Bonus-Energie beim Ernten oder Einsammeln von Material oder Miete, aber bei uns herrschte ständig Energieknappheit.

In den ersten Levels wurde der Energiemangel noch dadurch ausgeglichen, dass man immer mit einem komplett gefüllten Energiebalken belohnt wird, wenn man ein neues Level erreicht. Je weiter man jedoch fortschreitet, desto schwieriger wird es, genügend EXP-Punkte zu sammeln, um das nächste Level zu erreichen. Man muss also sehr viel Geduld aufbringen, wenn man darauf wartet, dass sich die Energie wieder auflädt. Wenn man aber zu einem eher ungeduldigen Schlag gehört und das Rumsitzen ohne etwas zu tun nicht zu seinen Stärken zählt, kann man auch den spielinternen Shop aufsuchen, der Power-Ups anbietet, um seine Energievorräte wieder aufzufüllen. Leider sind diese Power-Ups nur gegen Topies, die Premium-Währung, die mit echtem Geld gekauft werden muss, erhältlich.

KAMPF

Hat man einen gewissen Status mit einer ansehnlichen Bevölkerung und Einrichtungen wie einem Museum, einem Chemielabor, einer Kohle- sowie einer Eisenmine, etc. erreicht, ermutigt der Rebell Jack einen dazu, Strukturen zu schaffen, um Kampfeinheiten aufbauen und sich ihm in seinem Kampf gegen das böse Imperium anschließen zu können. Wir taten also, wie uns geheißen und stellten in unserem Trainingslager mit ein paar Zahnrädern, Panzertape und Pflaster eine zivile Infanterie und improvisierte Raketenwerfer sowie ein Zivilflugzeug und einen improvisierten Bomber auf unserem Flugplatz her. Lustige Vorstellung, seine Kampftruppen mit Pflaster herzustellen, nicht wahr? Topia Island nimmt sich selbst nicht allzu ernst und zielt vor allem darauf ab, seine Spieler gut zu unterhalten - mit Erfolg, wie wir finden...

Nachdem wir ein paar Truppen aufgestellt und sie mit einem Extra-Boost entweder für ihre defensiven oder offensiven Fähigkeiten ausgestattet hatten, entschieden wir uns, den ersten Kampf zu wagen. Und um ganz ehrlich zu sein, waren wir nicht im geringsten davon überzeugt, auch nur den Hauch einer Chance gegen das Imperium zu haben, denn die gegnerischen Truppen war viel besser gepanzert als unsere und wir waren außerdem nicht mal in der Lage, sie mit Munition auszurüsten. Also blickten wir mit etwas Sorge und Neugier unserem ersten Kampf entgegen.

Die Kampfeinheiten in Topia Island sind durch einen bestimmten Verteidungswert sowie eine bestimmte Angriffsstärke charakterisiert und in 3 Kategorien unterteilt, von denen jede stark gegen die Einheiten einer anderen Kategorie und schwach gegen die dritte sind. Außerdem kann man ihr Statistiken verbessern, indem man jeder Einheit einen Gegenstand hinzufügt. Es gibt so witzige Dinge wie Orden, die die Treffsicherheit verbessern, oder Thermosflaschen, die den Verteidigungswert leicht anheben. In höheren Levels hat man zusätzlich die Möglichkeit, spezielle Munition herzustellen. Allerdings besitzt jede Einheit immer nur einen Slot, sodass man genau überlegen muss, bevor man entscheidet, welche Einheit man mit welcher Art Boost ausstattet.

Beim Betreten des Schlachtfeldes wird man mit den feindlichen Einheiten konfrontiert und muss eine vorgegebene Zahl an Truppen auf die vorgegebenen Punkte auf der Karte platzieren. Hat man dies getan und besitzt genügend Energie (jede Schlacht erfordert 5 Energiepunkte), kann man den Kampf beginnen. Während der Schlacht erscheint auf dem Bildschirm eine bunte Grafik voller Ausrufen wie "Pow!", "Fight!", etc. Danach erhält man einen kurzen, einfach gehaltenen Bericht, der auflistet, welche Seite welche Einheiten verloren und wer gewonnen hat. Dies mag eine zweckorientierte Art und Weise sein, aber auch ziemlich unspektakulär.

Zu unserer großen Überraschung konnten wir die erste Schlacht gewinnen. Als wir uns jedoch in die nächste stürzten, waren wir nicht mehr so erfolgreich. Obwohl man ziemlich eingeschränkt ist im Hinblick auf die Anzahl und Art der Truppen, die man einsetzen darf (Topia entscheidet, ob es ein reiner Boden- oder Luftkampf oder ein Luftangriff auf Bodentruppen ist), sowie in Bezug auf die Verbesserung der Fähigkeiten der Truppen, brauchten wir mehrere Anläufe, um die richtige Taktik herauszufinden, um im Kampf die Oberhand zu gewinnen. Später stellte sich heraus, dass es auch eine Frage des Glücks ist, wie der Kampf ausgeht und wie viele Einheiten man dabei verliert. Demzufolge bleibt es immer spannend, ob auch alles so ausgeht, wie man es geplant hat, egal wie sorgfältig man seine Strategie und Taktik im Vorfeld ausarbeitet.

Zum Glück sind die besiegten Einheiten nicht komplett verloren, sondern können im Krankenhaus wieder repariert werden und zwar unter Einsatz von - ihr ahnt es sicher schon - Pflaster, Zahnrädern und Panzertape. Man braucht nur einiges an Zeit und Geduld, denn es gibt lediglich ein Krankenhaus, das auch immer nur eine Einheit reparieren kann und dazu eine ganze Stunde benötigt. Und leider gibt es auch keine Warteschlangen-Funktion, was bedeutet, dass man ins Spiel zurückkehren muss, um seine reparierte Einheit abzuholen und die nächste reparieren zu lassen.


GRAFIKEN

Wie bereits oben erwähnt, ist die Spielwelt mit netten Grafiken im Comicstil in ansprechender Qualität gestaltet. Man kann sie als eher funktionell als hübsch bezeichnen, aber sie sind auch alles andere als unansehnlich. Es gibt lustige Details und Animationen sowie übertriebene Charaktermerkmale, die deren Persönlichkeit unterstreichen. Da das Spiel für ein Publikum von Gelegenheitsspielern entwickelt wurde, beinhaltet Topia Island nicht allzu umfangreiche Grafiken, die es dem Spielern ermöglichen, es mit nahezu jedem System zu genießen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Topia Island ist wirklich ein spaßiges Spiel, das eine interessante Story und nette Unterhaltung für Gelegenheitsspieler bietet. Es ist perfekt für Leute, die pro Tag nur eine begrenzte Zeit spielen wollen und keine komplexen Mechaniken oder umfangreiche Anpassungsoptionen erwarten. Man kann bei diesem kostenlosen Browsertitel auch mehrmals am Tag ins Spiels schauen und zwischendurch ein paar lustige Minuten verbringen. Ist man bereit, etwas echtes Geld zu investieren, kann man schneller vorankommen und für längere Zeit aktiv sein. Auf der Suche nach einem unterhaltsamen Zeitvertreib, der nicht zu viel Aufwand und Grips erfordert? Dann solltet ihr Topia Island auf jeden Fall ausprobieren - es könnte auch sicherlich gefallen!