Exklusive Preview: Tower Heroes

Tower Heroes preview - thumpnail
5 Overall Score
Grafiken: 4/10
Story: 5/10
Gameplay: 5/10

sehr gut für zwischendurch | leicht zu lernen

blockierte Eigenschaften und fehlender Sound, da noch in der Entwicklungsphase | nur auf Englisch

Tower Heroes ist ein neues Browser-basiertes, mit Flash entwickeltes Strategiespiel, das sich momentan noch in der Beta-Phase befindet. Es besitzt einfache, cartoon-inspirierte 2D-Grafiken und ein simples aber originelles Kampfsystem, das das Improvisationsvermögen sowie die Organisations- und Planungsfähigkeiten des Spielers in Bezug auf Taktik und Ressourcen fordert.

Wir hatten kürzlich die Gelegenheit, am Closd-Beta-Test teilzunehmen und möchten unsere Eindrücke zum Siel mit euch teilen:

Wie bei vielen anderen flashbasierten Spielen, handelt es sich auch bei Tower Heroes auch ein relativ einfaches Spiel. Als ersten Schritt im Spiel muss eine der 3 spielbaren Rassen gewählt werden. Es stehen Menschen, Elfen und Zwerge zur Verfügung, wovon jede einen anderen kleinen Vorteil für den Spielverlauf bietet. Die Elfen besitzen beispielsweise eine gesteigerte Ressourcenproduktion, Zwerge und Menschen können Verteidigungs- bzw. Angriffstruppen kostengünstiger produzieren. Leider gibt es im späteren Spielverlauf keine Möglichkeit mehr, die Rasse zu wechseln. Der Spieler muss seine Lieblingsrasse also mit Bedacht wählen!

Die Welt von Tower Heroes besteht aus einer Art Tafel, die ihrerseits in 7 x 7 Regionen gleicher Größe unterteilt ist. Jede Region umfasst eine Gruppe kleiner Inseln, wo die Spieler ihre Reiche gründen und ausbauen können. Man kann dabei zwischen den drei Perspektiven (Welt, Region, Insel) jederzeit wechseln. Die Insel-Perspektive ist diejenige, wo die Aktion sich entwickelt, hier ist die Karte mit dem klassischen Sechseckraster dargestellt.


Mit Hilfe eines Tutoriums wird man Schritt für Schritt ins Spiel eingeführt und mit jedem einzelnen Bereich seiner Systeme, Eigenschaften und den unterschiedlichen Optionen vertraut gemacht. Dazu wird eine einfache, aber nette Form der Präsentation genutzt: Ein Offizier der Armee erteilt einem Tipps und Ratschläge. Tatsächlich sieht es in der Praxis dann so aus, dass man diesen Hinweisen genau Folge leisten muss, ansonsten kann man nicht weiterspielen. Zu Beginn hat uns diese Tatsache keine Probleme bereitet, aber nachdem wir das Interface und die Optionen eine Weile ausprobiert hatten, wurden die immer noch erscheinenden Tutoriums-Pop-ups eher lästig.

Gleich zu Beginn findet der erste Kampf statt, woraufhin jeder Spieler eine Burg auf einem 6 Sechsecke großen Stück Land erhält. Hier kann man nun Minen, Farmen und andere Gebäude bauen und verbessern, um die Ressourcenproduktion zu erhöhen oder das Training der militärischen EInheiten zu verbessern.

Wie in so ziemlich jedem Strategie-MMO geht es auch in Tower Heroes darum, sein Reich auszubauen und durch eiserne Militärmacht, effiziente Wirtschaft und kluge Diplomatie erst die benachbarten Inseln und dann ferne Regionen zu erobern und gegen andere Reiche zu verteidigen.

INTERFACE UND GRAFIKEN

Wie bereits erwähnt, sind die Grafiken eher einfach und eher zweckmäßig als schön. Die Entwicklungsmethode mit Flash erlaubt selten umfangreiche Grafiken oder räumliche Effekte der Extraklasse. Die Charaktere (Helden und Truppen) sind im Cartoon-Stil designt. Während der Kämpfe werden die magische Attacke mit einigen ganz nett aussehenden Effekten verziert, die jedoch alles andere als spektakulär sind.

Das Interface ist einfach, intuitiv und zweckorientiert. Man wird kaum mehr als eine halbe Stunde des Tutoriums benötigen, um alle Funktionen der Wahlmöglichkeiten im Menü zu verstehen. Auch die Verwaltung der Ressourcen und der Gebäude geschieht einfach und intuitiv. Hinweise sind direkt mit dem entsprechenden Menüpunkt verknüpft, was eine zusätzliche Hilfe bietet.


KÄMPFE

Alle Kämpfe werden nach dem gleichen Muster durchgeführt, egal ob es sich um den Belagerungskampf um eine Burg oder einen Raid in einem Dungeon handelt. Derjenige, der den Kampf beginnt, muss seine Flagge verteidigen. Diese steht am Ende eines kurvigen Pfades, der die Größe der belagerten Burg oder des Dungeon darstellt. Dem Angreifer stehen seine militärischen Ressourcen in Form von Türmen unterschiedlicher Art sowie mächtige Helden zur Verfügung, die entlang des Pfades strategisch platziert (oder umplatziert) werden müssen. Die Verteidigung des Dungeons oder der Burg erfolgt automatisch, findet aber keineswegs mit zufälligen Mitteln statt.

Der Kampf ist für den Verteidiger in eine bestimmte Anzahl (3, 5, usw.) Angriffswellen unterteilt. Jede Welle besteht ihrerseits aus mehrere Truppen unterschiedlicher Niveaus und Eigenschaften, wie beispielsweise Bogenschützen, Zauberern, Rittern,  usw. Diese Truppen kann man so verwalten, dass der Angreifer sich anstrengen muss, um seine Taktik zu planen. Noch schwieriger wird es für ihn, wenn man seine Taktik im Verlaufe des Kampfes ändert. Dafür stehen zwischen den einzelnen Angriffswellen jeweils nur wenige Sekunden zur Verfügung. Jedoch hat ein unerfahrener Spieler durchaus die Möglichkeit, alle Aktionen zu stoppen, falls ihm alles zu schnell vonstatten gehen sollte. Außerdem gibt es auch die Option, den Kampf doppelt so schnell ablaufen zu lassen, um die Zwischenpausen für eventuelle Taktikänderungen zu verkürzen.

Zum besseren Verständnis hier mal ein Beispiel dazu: Der Angreifer platziert wenige, teure aber mächtige Türme in der Nähe der feindlichen Burg. Als die erste Welle der Verteidiger herauskommt, stellt er fest, dass diese lediglich aua schwachen, langsamen Kanonenfutter-Truppen besteht. Der Angreifer zerstört also die erste Welle mühelos, macht danach aber einen schwerwiegenden Fehler: Er überdenkt seine Strategie nicht, bevor die zweite Verteidigungswelle folgt. Mit einem Blick auf den Bereich am oberen Bildschirmrand hätte er erkennen können, dass die zweite Welle aus einigen Truppen (bzw. Geschöpfen) besteht, die umso einiges schneller als die ersten sind. Und damit ist er praktisch erledigt. Die schnellen Truppen marschieren den Pfad entlang und lassen die mächtigen Türme des Angreifers schnell hinter sich. Letzterer kann nun die Aktion stoppen und schnell eine Lösung finden, jedoch kamen zusammen mit den schnellen Truppen leider auch andere, um die sich die bereits platzierten Türme kümmern müssen. Um die Türme umzuplatzieren gibt es weder Zeit noch  Ressourcen, da sie, wie gesagt, ziemlich teuer sind. Dem Angreifer bleibt nichts weiter übrig, als zuzuschauen und seine Strategie für die nächsten Wellen des Verteidigers besser zu überdenken.

Der Angreifer gewinnt einen Kampf, wenn er alle Wellen des Verteidigers übersteht. Und sein Sieg wird makellos, wenn er absolut alle Truppen des Verteidigers zerstört, wenn seine Flagge also im Laufe des Kampfes absolut unberührt bleibt. Der Verteidiger gewinnt, wenn seine Truppen der Flagge des Angreifers genug Schaden  zugefügt haben. In der Regel müssen dazu 10 Truppen den kompletten Pfad hinter sich lassen. Wir könnten uns vorstellen, dass es umso schwieriger, die Flagge des anderen zu zerstören, je höher das Niveau des Gegenspielers ist, hatten jedoch keine Gelegenheit, dies auszuprobieren.


SKILLS UND CRAFTING

Das Crafting-System ist ebenfalls ein sehr einfach strukturiertes Element. Bei den vorhandenen Ressourcen handelt es sich um Gold, Nahrung und Kristall, womit man die Errichtung neuer Gebäude, das Erlernen neuer Skills erlernen sowie den Kauf besserer Ausrüstung für sich und seinen Helden finanzieren kann. Durch den Ausbau des Reiches wird eine schnellere Produktion der Ressourcen möglich, jedoch zieht dies auch eine immer komplexere Verwaltung und eine immer teurer werdende Erweiterung der Grenzen nach sich . Auch für die Feldzüge gegen andere Spieler werden Ressourcen benötigt, vor allem Nahrung.

Jedes Gebäude, inklusive der Burg, besitzt bis zu 6 unterschiedliche Eigenschaften, die verbessert werden können. Auch die Truppen und die Angriffstürme können verbessert werden.

Zusätzlich zu den bereits erwähnten Ressourcen gibt es außerdem noch Diamanten, die als eine Art Premiumwährung fungieren. Man kann sie nicht produzieren, sondern nur im  spielinternen Shop kaufen. Ihre Seltenheit macht sie zu umso wertvolleren, nützlichen Items: Man kann mit ihnen Gebäude und Truppen sofort produzieren, statt unendlich viel Zeit warten zu müssen, bis sie fertig sind. Unser Held kann lange Wegstrecken im Nu zurücklegen und die Bewegung von Truppen zwischen unseren Burg und ihrem Einsatzort kann ebenfalls sofort stattfinden, ohne dass Zeit verstreicht.  Das heißt also, die Diamantenvorräte zu verwalten, ist sehr wichtig.

Wir sind in diesem Zusammenhang noch über ein weiteres, sehr interessantes Merkmal gestolpert: Im Spiel gibt es einen Alchemisten, der in der Lage ist, Gold in Nahrung und Kristall in Gold zu verwandeln. Allerdings muss man seine Dienste ebenfalls mit Diamanten bezahlen.


HANDEL

Spieler können mit ihren Ressourcen (nicht nur Gold) Handel treiben. Ein Bündnis, bei dem Nahrung ein knappes Gut ist, das jedoch Unmengen an Gold besitzt, kann anderen Spielern einen Handel anbieten . Zusammen mit der Diplomatie ist der Handel ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Da die Ressourcen allerdings ziemlich überschaubar sind und ihre Verwaltung somit relativ einfach, bleibt auch der Handel eher begrenzt.

ALLIANZEN

Die Spieler haben in Tower Heroes die Möglichkeit, untereinander Allianzen zu schließen. Hierfür ist ein Menü vorhanden, das wie eine Art kleiner Chat-Room funktioniert, in dem die Mitglieder des Bündnisses miteinander kommunizieren können.


SCHLUSSFOLGERUNGEN

Bei Tower Heroes konnten wir nichts besonders Aufregendes oder Spektakuläres feststellen, aber es ist sicherlich gut als Zeitvertreib und als Spiel für Zwischendurch geeignet. Die eher anspruchslose Möglichkeit, sein Reich ab und zu gegen andere Spieler zu verteidigen oder neue Allianzen zu schließen, um stärkere Gegner anzugreifen, kann auch Liebhabern von einfachen aber lustigen Strategiespielen eine gute Unterhaltung bieten.