Piercing Blow im Spieltest

Piercing Blow - Review thumpnail
4.5 Overall Score
Grafiken: 4/10
Gameplay: 4/10
Performance: 6/10

Jede Menge Karten für vielseitiges Spielen | Retro-/ klassische(s) Mechaniken & Gameplay (wenn man es mag).

Botter & unerwünschte Installation von HackShield (das nicht funktioniert) | schlechte Grafiken und alte Mechaniken.


Diese Woche haben wir Piercing Blow gespielt, ein von Zepetto publiziertes, kostenlos spielbares MMOFPS, das ein klassisches/ Retrogefühl vermittelt mit seinen traditionellen Features, ein paar Anpassungselementen und zahlreichen Karten und Spielmodi. Wir einige Stunden im Spiel verbracht, um einen tieferen Einblick zu erhalten und einige Features genauer auszuprobieren, um uns dann eine Meinung zu bilden.

Das Ganze fing schon schlecht an, denn sobald wir das Spiel luden, blitzte ein HackShield-Pop-up auf, das uns wissen ließ, ohne dass wir bei der Installation darauf hingewiesen wurden, dass HackShield auf unserem Computer installiert wurde. HackShield ist eine ziemlich nutzlose Software, die mit vielen asiatischen Spielen im Bundle kommt und die Spieler mit Spyware überwacht, um zu verhindern zu versuchen, dass sie bei ihren Spielen Hacks nutzen... allerdings gibt es in Spielen mit HackShield meist eine ungeheure Menge an Hackern und Bottern. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, ist es ziemlich schwer wieder zu deinstallieren, es gibt beim Programm selbst keine Option dazu, nichts im Control Panel, sondern ist tief in den System-Files versteckt. Echt miserabel.

Piercing Blow screenshots 1 Piercing Blow screenshots 2


Sobald wir im Spiel waren, konnten wir mit Fug und Recht behaupten, dass es ungefähr so aktuell wie Counter Strike aussieht und zwar das Original Counter Strike, das 1999 herauskam - schlechte Grafiken, flache Texturen, generell die gleiche Qualitätsstufe asiatischer MMOFPS, die wir mittlerweile erwarten, sodass es wenigstens keine Überraschung gab. Zwar versuchen viele Entwickler, dies als "nostalgischen" Kick und Retro zu verkaufen, aber wir glauben ganz ehrlich, dass das man an das Quellmaterial so leicht herankommt und die Performanceansprüche so gering sind, dass sie diese Spiele einfach stapelweise herausbringen, weil sie einfach zu machen sind und nicht als irgendeine Homage an die glorreichen Tage des MMOFPS-Spiels.

Als wir endlich im Spiel waren, hetzten wir durch das Tutorial, was einem die Grundlagen der Bewegung, der Abfeuers der Waffe und der Interaktion mit der Umgebung vermittelt; wenn man in den letzten 15 Jahren ein MMOFPS gespielt hat, das sind dies die grundlegendsten Features und bedürfen ganz ehrlich keines Tutorials. Als wir das Spiel inspizierten, haben wir uns in eine öffentliche Lobby begeben, wo es eine lange Liste aktiver Spiele gab, die anzeigte, wie viele Spieler darin zugegen waren und welchen Spielmodus sie spielten. Das Spiel verfügt über 5 verfügbare Modi, von denen 4 so ziemlich zum Standard bei Ego-Shootern zählen: Team-Deathmatch, Deathmatch, Bombenlegen (ein Team legt eine Bombe, das andere versucht sie zu entschärfen) udn search & Destroy (beide Teams versuchen, ein Ziel zu erreichen, während sie den eigenen Generator davor schützen, zerstört zu werden). Das Einzel- und das Team-Deathmatch waren die beliebtesten Modi und für gewöhnlich voller Spieler. Wir konnten kaum mehr als 30 Sekunden in der Lobby sein, bevor Einladungen auf uns einprasselten, die uns nötigten, sich einem Spiel anzuschließen (es war nervig, wir sind in die Spieleinstellungen gegangen und haben Einladung deaktiviert).

Piercing Blow screenshots 3 Piercing Blow screenshots 4


Das einzige Spiel, was niemals auf unserer Liste auftauchte, was der "Escape"-Modus, sodass wir schließlich unser eigenes Spiel dazu hosteten und ein Einzelduell mit einem anderen Spieler hatten... das war keine gute Idee. In Escape versucht ein "Team" (oder in diesem Fall ein Spieler) als Mensch, die andere Seite der Karte zu erreichen, während das andere "Team" Dinosaurier verkörpert und versucht, sie aufzuhalten. In diesem Fall waren wir ein Dinosaurier, der nur im Nahkampf operierte, auf einer riesigen, offenen Karte, mit einem Gegner, der eine weitreichende Waffe besaß... 5 Tode später haben wir das Ganze schließlich beendet, weil es einfach sinnlos war. Der Spielmodus könnte ziemlich rasant und spaßig sein, umso mehr, wenn die Menschen in der Unterzahl sind, aber scheinbar will es keiner spielen.

Der Kampf ist genau so, wie man ihn erwarten würde, intensiv und meistens von kurzer Dauer; für usn bestand eines der große Probleme darin, dass es überhaupt kein Matchmaking gib, sodass wir mit hochstufigen Spielern verpaart wurden, was allein noch kein so großes Problem ist, aber deren Ausrüstung ist es. Wenn die Spieler in den Stufen aufsteigen, erhalten sie Zugang zu neuen Gegenständen, "Teilen", mit denen sie sich ausrüsten können, die ihnen Boosts und bessere Verteidigung verschafft. Dinge wie "Kopfschussverteidigung" bedeuten, dass je höher man kommt, desto besser wird die Ausrüstung und man spielt immer noch gegen Spieler, die das Spiel zum ersten Mal betreten. Man muss entweder geduldig sein oder bereit sein, Geld auf den Tisch zu legen, um gute Ausrüstung zu bekommen.

Piercing Blow screenshots 5 Piercing Blow screenshots 6


Größtenteils war der Kampf nicht allzu schlecht und sogar relativ gedankenloser Spaß, die einzige bitter Beigeschmack war der scheinbar absolut vorhherrschende Gebrauch von Ziel-Bots; wir geben zwar zu, dass wir nicht zu den Besten zählen und andere ziemlich toll bei diesen Spielen sind, aber es war sehr offensichtlich, dass ein Typ in unserem eigenen Team davon Gebrauch machte. Bei einem Bombenlegespiel, als alle Verteidiger bis auf diese eine "Person" getötet waren und im anderen Team auch nur noch einer übrig war, der eine Bombe zu legen versuchte, waren alle anderen im Zuschauermodus und sahen sich das ganze Action an und it Action ist gemeint, dass unser Verteidiger zwischen 2 zufälligen Punkten hin und her rannte und gelegentlich eine einzelne Kugel in die grobe Richtung des Feindes abgab (obwohl Mauern zwischen ihnen waren), nachlud, die Waffe wechselte, wieder zurück wechselte, schoss, sich bewegte... in einer Endlosschleife und scheinbar darauf wartend, dass etwas passierte, in diesem Fall, dass eine Bombe gelegt werden würde. Der "Spieler" rannte an die entsprechende Stelle, näherte sich der Bombe, schoss eine Weile ohne Grund auf die Wand und Kisten, stand für ungefähr 10 Sekunden rum, während die Bombe tickte und begann erst mit der Entschärfung, als nur noch ein paar Sekunden übrig waren... ganz großes Kino - gute Arbeit, Hackshield.

Das einzige Versöhnliche am Spiel ist die bloße Anzahl erhältlicher Karten; 47 insgesamt, was die Dinge viel vielfältiger und interessanter macht bei den begrenzten Spielmodi. Allerdings hat man bei den meisten Modi nur Zugriff auf bestimmte Karten, sodass dadurch, dass einige Modi recht unpopulär sind, die Karten, auf denen man tatsächlich spielen kann, doch wieder begrenzt sind. Alles in allem war es nicht das schlechteste Spielerlebnis, dass wir jemals hatten, es ein ziemlich generisches asiatisches MMOFPS und liefert genau das, was wir erwartet haben (aber fern von dem, was wir uns wünschen). Als "Retro"-MMOFPS erfüllt es alle Kriterien, aber tut man es in die Kategorie der "Kostenloses Ego-Shooter", dann treibt es irgendwo am Boden, mit all den anderen generischen Spielen.

Piercing Blow screenshots 7