Exklusive Review: Rift

Rift thump
7 Overall Score
Grafiken: 7/10
Gameplay: 8/10
Sound: 6/10

viele verfügbare Aktivitäten | extrem tiefgreifendes Spielerbehausungssystem | umfassende Built-Anpassung

uninspirierte und repetitive Quests | gewöhnliches, überstrapaziertes Fantasy-Setting

Das von Trion Worlds entwickelte und bereits 2011 veröffentlichte RIFT: Planes of Telara ist eines der wenigen neueren MMORPGs, das als Pay-to-play-Titel eine respektable Zeit überdauert hat, bevor es dem modernen Free-to-play-Trend Anfang letzten Sommers nachgeben musste.

Das Spiel ist nicht mehr oder weniger als ein klassisches Fantasy-Themenpark-MMORPG von hoher Qualität mit 2 Fraktionen Quest-Hub-basiertem Gameplay, Tab-Target-Kampf, Dungeons, PvP-Schlachtfeldern und allem, was man von jedem modernen Standard-MMORPG erwarten kann. Tatsächlich fühlt und spielt sich RIFT wie World of Warcraft mit besseren Grafiken und einem weniger Cartoon-artigen Grafikstil. Sicherlich hat das Spiel seine ganz eigene Note und einmalige Vorteile, aber letzendlich werden wohl viele neue oder Gelegenheitsspieler meist denken "Oh, sieh an, eine kostenfrei Version von WoW!" - ist das nun gut oder schlecht? Verfolgt unsere Review und beantwortet euch diese Frage selbst.

Rift screenshot (1)


CHARAKTERERSTELLUNG

Die Charaktererstellung in RIFT ist interessant; man beginnt mit der Wahl einer der beiden vorhandenen Fraktionen: Die Wächter, die sich aus Rassen, die an die Götter glauben, zusammensetzen, und die Skeptiker, die die Götter für das beschuldigen, was auf Telara geschieht und lieber einen eigenen Plan erstellen, um die Welt zu retten. Jede Fraktion bietet 3 einzigartige Rassen: Mathosianer (Menschen), Hochelfen und Zwerge für die Wächter, Eth (Menschen), Kelari (Elfenrasse) und Bahmi (eine stämmige Rasse mit violetter Haut) für die Skeptiker.

An diesem Punkt muss man wählen, was das Spiel als "Berufung" benennt: im Grunde ein Urtyp, der den Gameplay-Stil bestimmt; man kann zwischen Krieger, Kleriker, Magier und Schurke wählen. Nun könnten wir diese "Berufungen" Klassen nennen, aber es handelt sich eher um einen allgemeineren Zugang zu einer traditionellen Klasse, die mit Seelen (dazu später mehr) spezialisiert werden kann, um verschiedene Rollen oder Spielstile abzudecken. Der Schurke kann z.B. als DPS, Tank oder Unterstützer gespielt werden, während ein Magier als DPS; Heiler oder Unterstützer gespielt werden kann. Dann wählt man sein Ziel aus einer guten Auswahl an vergegebenen Start-Builds, die einem dabei helfen, seine Startrolle und den Spielstil zu bestimmen und seine ersten Seelenpunkte zu verteilen.

Die Anpassung der äußeren Erscheinung ist ziemlich gut, vielleicht nicht auf dem Niveau einiger neuerer MMORPGs, aber es lässt einen dennoch ein paar Slider nutzen und bietet viele Möglichkeiten, seinen ganz eigenen, einmaligen Avatar zu erstellen.

ERSTE SCHRITTE

Wenn man schon mal irgendwann World of Warcraft oder ein anderes MMORPG im WoW-Stil gespielt hat, hat man KEINERLEI Problem, sich an RIFT zu gewöhnen. Alles, angefangen bei der Kameraperspektive, über die Steuerung bis zum Kampfsystem, ist exakt dasselbe, was nicht automatisch ein Nachteil sein muss, wenn man es mag - warum sollte man denn etwas ändern, das funktioniert?

Auch wenn ihr neue MMORPG-Spieler seid, müsst ihr euch keinen Sorgen machen. Die erste paar Quests führen in die Handlung und Geschichte des Spiels ein und fungieren als Tutorial, indem sie euch alles erklären, was ihr wissen müsst, um das Spiel zu genießen. Außerdem beinhalten einige von ihnen animierte Szenen mit Voiceover, die entscheidend zur Immersion beitragen und recht nett anzusehen sind.

Durch das Erfüllen von Quests und das Töten von Monstern erhält man XP zum Aufleveln und Ausrüstung, um seinen Charakter auszustatten. Beim Aufleveln erhält man neue Fähigkeiten, die automatisch verfügbar sind, ohne dass man einen Trainer braucht, sowie Seelenpunkte, die in die Seelenbäume investiert werden können.

Die Seelen stellen eines der einmaligen Klassenanpassungsmerkmale dar, die RIFT bietet, und befinden sich irgendwo zwischen gewöhnlichen Klassen und Talentbäumen anderer MMORPGs. Man beginnt sein Abenteuer mit 3 Seelen und hat die Möglichkeit in höheren Levelstufen mehr zu erhalten. Indem man Seelenpunkte in einen Seelenbaum investiert, verbessert man einige Aspekte seines Charakters, die mit einer bestimmten Rolle oder einer Waffenart verbunden sind, und erlangt neue Fähigkeiten. Wenn man beispielsweise mit einem Schattenpirscherschurken beginnt, hat man von Anfang an Zugriff auf eine Tank-Seele, eine Nahkampf-SPS-Seele und eine Seele, die Bogen und Begleiter nutzt. Natürlich kann man Punkte in verschiedene Seelenbäume investieren, um ihre Fähigkeiten zu mischen und sein einzigartigen Build zu schaffen.

Rift screenshot (2)


RIFT lässt einen in bestimmten Levels Inhalte verschiedener Art freischalten. In Level 10 hattenw ir Elemente wie PvP, Sofort-Abenteuer und die Dimensionen (Spielerbehausungen) zu unserer Verfügung. Wir haben ein paar PvP-Matches - Kriegsfronten genannt - ausprobiert, die in verschiedenen Spielmodi verfügbar sind. Wir haben einen Modus im Capture-the-Flag-Stil getestet und obwohl wir unser Bestes gaben, um unserem Team zu helfen, konnten wir in Level 10 nicht viel ausrichten. Das Spiel schickt einen nämlich mit anderen Spielern des Levelbereiches 10-19 ins Rennen und das Match war voller Spieler der Level 17-19, die uns mit 2 oder 3 Treffern zerstören konnten, während wir sie noch nicht mal gekitzelt haben. Es war allerdings eine nette Erfahrung und wir konnen uns auf jeden Fall vorstellen, dass kompetitive Spieler das Ganze lieben werden.

Die Sofort-Abenteuer sind eine nette Überraschung und ein ziemlich einmaliges Feature. Im Grunde kann man ein "Sofort-Abenteuer" aus einer Liste verfügbarer auswählen (in Level 10 standen uns nur 2 zur Auswahl) und sich in die Warteschlange gegeben. Sobald das System andere passende Spieler findet, wird eine Gruppe gebildet und man wird zu einem bestimmten Ort in der Welt teleportiert (keine Instanz), wo eine Reihe Quest-artiger Abenteuer beginnt. Gemeinsam mit seinen neuen Kameradengruppe muss man die gesamte Aufgabenkette beenden, um mit XP und anderen nützlichen Dingen belohnt zu werden. Es ist sicherlich nichts Wundersames , aber wir halten es für ein interessanten, nettes Feature, was hilft, der Monotonie der Solo-Quest-Tretmühle zu entkommen und einen mit anderen spielen lässt, ohne dass man eine Gruppe finden oder eine schwierige Instanz bewältigen muss.

Rift screenshot (3)


Bei den Dimensionen handelt es sich um die RIFT-Version von Spielerbehausungen. In einem bestimmten Level erhält man Zutritt zu seiner eigenen Dimension: ein kleines Stück Land, mit einer winzigen Hütte, die durch das Hinzufügen einer riesigen Anzahl von Dimensionsgegenständen, die man während seiner Abenteuer in Telara finden kann, angepasst werden kann. Man kann größere Dimensionen unterschiedlicher Art kaufen, aber das Wichtige ist, dass man jedes Item überall dort platzieren kann, wo man möchte, und so, wie man möchte, selbst mitten in der Luft. Diese unglaubliche Freiheit gibt einem die Möglichkeit, absolut verrückte Ideen umzusetzen.

Wir hatten nur ein paar Items zu platzieren, haben uns aber die Zeit genommen, durch die öffentlichen Dimensionen anderer Spieler zu spazieren und haben Beeindruckendes gesehen: Ein Spieler hat eine riesige Karte voller Koridore, Tunnel und Hallen voller verrückter Dinge gebaut, z.B. einen Raum mit Weihnachtsthematik voller Schneemänner und Geschenke und obendrein ein komplexes Jumping-Puzzle voller Tricks und Fallen. Ein anderer hat einen ganzen Zoo geschaffen und die Tiere (die absolut perfekt waren) aus Elementen wie Früchten, Pflanzen, Steinen und anderen Dingen gebaut. Wir können uns nicht einmal annähernd vorstellen, wie viel Zeit man benötigt, um so etwas zu schaffen, wollten jedoch dieses Erlebnis mit euch teilen, um euch eine Vorstellung von der Tiefe und den Möglichkeiten des Dimensionssystems von RIFT zu geben.

GRAFIKEN UND SOUND

Die RIFT-Engine leistungsstark und lässt alles selbst auf einem älteren Rechner flüssig laufen, jedoch erkennt man an den Grafiken bereits das Alter. Wir wollen damit nicht zum Ausdruck bringen, dass sie schlecht sind, denn sie sind tatsächlich sehr angenehm und sehr gut gemacht. Mit einem neueren Spiel können sie in Bezug auf Texturdefinition und Detail allerdings nicht mithalten. Die Licht- und Schatteneffekte sind sehr gut und die Animationen sind meist detailliert und natürlich, verbinden sich jedoch manchmal nicht gut mit der nachfolgenden. Das passiert manchmal im Kampf, wenn man jemaden unter Beschuss nimmt, und könnte den ein oder anderen etwas stören.

Zum Sound kann man nicht allzu viel sagen; Die Hintergrundtracks sind angenehm, aber die Kampfgeräusche und die Laute der Kreaturen sind nicht Beeindruckendes. Das Vorhandensein einiger Voiceovers (wir haben jedoch nur sehr wenige angetroffen) hebt den allgemeinen Wert des Produkts, aber in den ersten Levels werdet ihr davon nicht allzu viel hören.

Rift screenshot (4)


SCHLUSSFOLGERUNG

Mit seiner kürzlichen Free-to-Play-Wiedergeburt ist RIFT zu einem der solidesten kostenfreien Fantasy-MMORPGs im WoW-Stil geworden, die es gibt. Sicher, man merkt dem Spiel sein Alter langsam an, aber es ist immer noch gesund, voller Leben und vielen seiner Gegner des Genres weit überlegen. Wenn ihr nach einer kostenfreien WoW-Version mit einigen ziemlich einmaligen, interessanten Features, wie einem sehr tiefgründiges Behausungssystem, sucht und euch ein "realistischerer" Grafikstil nicht stört, solltet ihr RIFT ausprobieren. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.