Exklusive Review: Firefall

firefall review - thumpnail
7,5 Overall Score
Grafiken: 7/10
Gameplay: 8/10
Sound: 7/10

Riesige Welte, jede Menge Optionen, intensives Gameplay

Einige Bugs, ein bisschen repetitiv

Wir hatten vor kurzem die Möglichkeit, an der Closed-Beta von Red 5 Studios neuem Koop-MMO-Shooter Firefall teilzunehmen und ihn ausgiebig zu testen. Das Spiel katapultiert einen in eine Zukunft, in der ein Raumschiff der Menschen in Brasilien auf die Erde gestürzt ist. Es stößt merkwürdige Energieimpulse aus, die einen Teil des Planeten überziehen und eine Alienrasse herbeigerufen haben, die als die Auserwählten bekannt sind und nun erscheinen, um die Erde zu überfallen. In diesem Spiel übernimmt man die Rolle eines Söldners, der angeheuert wird, um gegen die Auserwählten zu kämpfen und das seltsame Erz "Crystite", das nach der Katastrophe aufgetaucht ist, zu sammeln.

Bei diesem Spiel handelt es sich im wesentlichen um einen Shooter in einer offenen Welt, in der es viele Gebiete zu erkunden gibt, der aber auch ein paar RPG-Aspekte bietet, die es einem ermöglichen, seine Ausrüstung und den Nanosuit zu verbessern, Objekte herzustellen und sein Aussehen zu verändern. Zusätzlich zum PvE besitzt das Spiel ein ziemlich detailliertes PvP-System, das auch sehr unterhaltsam ist.



Beim Betreten des Spiels, erwartete uns ein Charaktererstellungsbildschirm, auf dem man seinen "Battleframe" (bestimmt die Klasse und Rolle) wählen kann: "Assault", "Biotech", "Recon", "Engineer" oder "Dreadnaught". Außerdem kann man seine physische Erscheinung verändern, jedoch in leicht eingeschränktem Maße, denn es stehen lediglich 2-3 Gesichtsformen und Haartypen zur Verfügung und man konnte keine weiteren Parameter ändern. Wir entschieden uns für den "Dreadnaught" (eine sehr toughe, mit großen Waffen ausgerüstete Klasse), wählten einen Namen und starteten dann ins Spiel, wo wir einen spektakulären Trailer zu sehen bekamen, der erklärte, was im Spiel passierte und wer wir sind.

Nach einem kurzen Einführungsvideo entstiegen wir einem kleinen Schiff an der Copacabana und bewegten uns erst einmal umher. Die Grafiken sind, wenn auch nicht super detailliert, auf jeden Fall funktionell und die enorm großen Gebiete, in denen das Spiel stattfindet, sind ziemlich spektakulär. Die Charaktergrafiken hingegen sind eher dürftig (bedenkt jedoch, dass sich das Spiel noch in der Beta-Phase befindet). Dann probierten wir etwas, was zu den lustigsten Dingen des Spiels gehört – die Jetpacks. Diese Raketenrucksäcke ermöglichten uns, für einige Sekunden zu "fliegen". Das wird jenen Spielern gefallen, die gerne erkunden, denn die gesamte Welt ist offen und mit einem Jetpack kann man mit etwas Geduld sogar die höchsten Gipfel erklimmen.



Dann stellten wir fest, dass man jeder Zeit zwischen Ego- und 3rd-Person-Perspektive wechseln kann, indem man einfach eine Taste drückt. Das bietet viel Spielraum und ermöglicht jedem Spieler, die Option zu wählen, die ihm am meisten liegt. Unsere Klasse ist mit 2 Waffen ausgerüstet, einem Gatling-Gewehr, das Minischilde generieren kann, und einem Kampfgewehr. Nachdem wir eine Weile damit zugebracht hatten, große Sätze mit dem Jetpack zu vollbringen und beinahe bei einem Sturz aus großer Höhe ums Leben gekommen wären (Wir empfehlen, nicht bis zur Maximalhöhe zu springen, denn wenn der Impuls endet, fällt man… und das tut weh!), entschieden wir uns mit den Tutorialmissionen weiterzumachen.

Die ersten Tutorialmissionen bringen einen zu unterschiedlichen Kontrollpulten und erklären, wie jedes funktioniert. Beispielsweise erfährt man, dass man mit ein paar Kristallen, die man für das Töten von Feinden erhält, jeden der anderen "Battleframes" kaufen und sie, wann immer man möchte, auswechseln kann. Außerdem kann man mit ihnen seinen "Battleframe" verbessern, seine Widerstandsfähigkeit oder Geschwindigkeit, etc. erhöhen. Man kann sie auch mit verschiedenen Mustern und Farben bemalen, was einem mehr Anpassungsmöglichkeiten eröffnet.



Wir probierten weitere Optionen aus und stellten fest, dass jeder "Battleframe" einen sehr umfangreichen Fähigkeitsbaum besitzt, der freigeschaltet wird, wenn man an Erfahrung gewinnt. Denn in diesem Spiel gibt es KEINE Levels und mit dem Fähigkeitsbaum kann man Verbesserungen, Teile, Fähigkeiten, Waffen, etc. erhalten. Jeder "Battleframe" verfügt über einen speziellen Erfahrungszähler, sodass jeder einzeln verbessert werden muss.


Kurz darauf entdeckten wir 2 weitere, interessante Aspekte des Spiels: eine Konsole, die "New You" heißt, mit der man jederzeit seine Erscheinung verändern kann und die eine Vielzahl an Optionen für Gesicht, Frisur, Hüte oder Tattoos (davon gibt es gegen echtes Geld jede Menge) bietet. Außerdem entdeckten wir eine Konsole, die mithilfe von Ressourcen und Komponenten, die man während seiner Abenteuer sammelt, Objekte herstellt, die von Medizin-Kits und Munition bis hin zu mächtigen, nützlichen Werkzeugen reichen.



Nachdem wir alle Konsolen, die große Bandbreite an Objekten im Spiel-Shop und einen Teil der Stadt im Startgebiet erkundet hatten, folgten wir weiter dem Tutorium, das uns dieses Mal beibrachte, wie man nach Mineralien sucht: Man nutzt eine Art Hammer und bearbeitet damit den Boden und guckt, ob Mineralien darunter sind. Um die Mineralien abzubauen, kann eine Art Extraktionsturm genutzt werden, der während der Extraktion wilde Tiere anlockt, die getötet werden müssen, bevor sie den Turm zerstören. Das Sammeln von Ressourcen ist also eine spaßige Angelegenheit… aber keine Ahnung, ob man das nach 20 Extraktionen immer noch so sieht!



Nach dieser Mission entschieden wir uns, die riesige Welt voller Feinde und Missionen, die überall auf der Karte auftauchen, zu erkunden. In unserem Fall bestand die erste zufällige Mission darin, eine Gruppe Auserwählter aufzuhalten, die eine Basis angriffen. "Nichts leichter als das!", dachten wir... Allerdings waren wir innerhalb weniger Sekunden umzingelt und starben ziemlich schnell. Nach mehreren erfolglosen Versuchen schlossen wir uns einer Gruppe an und brachen gemeinsam auf, um die Auserwählten auszuschalten. Nach einem kurzen, aber intensiven Kampf, vernichteten wir die Auserwählten und ihren Leuchtturm. Nach Erfüllen dieser Mission und dem Erhalt der entsprechenden Erfahrung, stellten wir fest, dass sich die Karte ändert, wenn man Missionen dieser Art erfüllt. Man verliert oder gewinnt Zonen in diesem Prozess und es gibt immer Gebiete, die in Gefahr sind oder die man erobern kann – Man sollte das allerdings nicht allein in Angriff nehmen. Die Missionen beginnen, in Abhängigkeit davon, was gerade in der Welt geschieht und nach den Vorlieben der Spieler, ganz von selbst. Wir erfüllten einige Rückeroberungsmissionen und kehrten dann zur Spielgeschichte zurück, die interessant erschien. Alien-Eindringlinge, ein mysteriöses Kraftfeld – wer weiß schon, auf was man stoßen wird?!



Die Missionen, auf die wir trafen, waren eher allgemein gehalten: "Geh zu Punkt X und rette jemanden" oder "Konstruiere ein Objekt und bringe es jemand anderem" – simpel, aber diese geschichtlichen Missionen enthüllen eine interessante Story. Ein Detail, das uns wirklich gefiel, war, dass es im Spiel einen Zyklus mit Tag und Nacht gibt und dass man nachts ein Blitzlicht nutzen muss, weil es wirklich dunkel ist.

Dann entschieden wir, das PvP auszuprobieren und nutzen die PvP-Konsole, die uns 3 Optionen bot: "Team-Deathmatch", "Sabotage" und "Harvester", sowie den zusätzlichen Zuschauermodus, der den Spielern ermöglicht, sich Replays der Schlachten anzusehen.

Zuerst versuchten wir uns im Harvester-Modus, bei dem 2 Teams um die Kontrolle über eine Art Minenplattform kämpfen und Punkte dafür erhalten, dass sie Extraktionspunkte kontrollieren. Ziemlich lustig und die Karte ist groß genug, um an aufregenden Auseinandersetzungen teilzunehmen. Danach testeten wir den Sabotage-Modus, in dem ein Team ein paar Kommunikationstürme verteidigen muss, während das andere Team versucht, diese zu hacken. Schließlich probierten wir den typischen Team-Deathmatch-Modus, bei dem 2 Teams in einem Kampf gegeneinander antreten, den derjenige gewinnt, der die meisten Feinde tötet.



Zum Schluss wollten wir uns noch die Aufzeichnungen im Zuschauermodus ansehen. Und das ist tatsächlich ziemlich interessant: Man kann sich in die Perspektive jedes Spielers versetzen oder die Karte nach seinen Wünschen bewegen, die Aufzeichnung anhalten oder schneller laufen lassen – das volle Programm.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Firefall das Potenzial besitzt, ein großartiges Spiel zu werden. Es ist enorm, macht Spaß, es zu erkunden und bietet viele Dinge, die man tun kann, die die Spieler nicht kalt lassen werden. Natürlich enthält es immer noch ein paar Fehler und auch wenn die Grafiken nicht herausragend sind, ist das Spiel doch ziemlich intensiv, wenn es auch manchmal durch die ständigen Wiederholungen etwas monoton sein kann. Wer MMORPGs, Shooter und Teamwork mag, sollte es auf jeden Fall einmal ausprobieren! Wir sind uns sicher, dass ihr es genießen werdet.