Exklusive Preview: LinkRealms

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5.3 Overall Score
Grafiken: 5/10
Gameplay: 6/10
Sound: 5/10

viel Freiheiten für die Spieler | Möglichkeit, sein ganz eigenes Reich entstehen zu lassen

veraltete(r) Grafiken und Sound I extrem steile Lernkurve


Diese Woche hatten wir die Chance, in Linkrealms, ein sehr spezielles MMORPG, das sich zur Zeit in der Closed-Beta befindet und von dem kleinen, unabhängigen Unternehmen Mythyn Interactive entwickelt wurde, einzutauchen und es eine Weile zu spielen. Bevor wir euch unseren Indruck des Spiels vermitteln, sollten wir vielleicht eine kurze Einleitung geben. Als Gelegenheitsspieler oder großer Fan von MMORPGs im Stil von WOW ist dieses Spiel sicherlich nichts für euch. Bei Linkrealms handelt es sich um ein Sandkasten-MMORPG der alten Schule, das einiges an Geduld und Engagement erfordert. Es zielt auf ein Nischenpublikum ab und wird wahrscheinlich einige Ultima-Online-Fans sehr glücklich machen. Es ist kein Geheimnis, dass das Spiel stark von Richard Garriots Meisterwerk beeinflusst ist und versucht, den altmodischen Stil und das alte Gefühl wieder aufleben zu lassen, indem ein bisschen Staub entfernt, es in 3D konvertiert sowie ein paar moderne Eigenschaften hinzugefügt werden. Schauen wir uns also das Ergebnis an!


Bevor wir unsere ersten Schritte in Linkrealms unternahmen, erkannten wir die Ähnlichkeit und die Gemeinsamkeiten mit UO, was wir jedoch nie gespielt hatten. Also loggten wir uns mit unserer reinen, total jungfräulichen Seele des "modernen MMORPG-Spielers" ins Spiel ein.

Das Erste, was wir bemerkten, war, dass es keine Charakterwahl-Ansicht gibt. Man kann lediglich einen Charakter je Account erstellen und wir haben keine Möglichkeit gefunden, ihn zu löschen, um einen Neuen zu erstellen. Bei den Rassen gibt es momentan nur 4: Menschen, Dämonen (Incubus/ Succubus), Caniden (männliche, menschenartige Hunde) und Kätzchen (weibliche, menschenartige Katzen), mit Ausnahme der Menschen sind sie jedoch irgendwie originell, verglichen mit den gewöhnlichen Elfen, Orks und Zwergen. Man kann seinen Charakter mit einer Reihe von Köpfen, Skins, Augenfarben und Schwänzen anpassen.


INTERFACE UND GRAFIKEN

Das Interface ist etwas, woran wir absolut nicht gewöhnt waren. Im Grunde hat man sein aktuelles Spielfenster in der Mitte des Bildschirmes, worin man seinen Charakter kontrollieren kann, sowie einen leeren Raum auf der linken und rechten Seite, wo man nach Belieben seine Taschen, Fähigkeitsseiten usw. platzieren kann. Am linken und rechten Rand des zentralen Spielfensters gibt es 2 vertikale Spalten mit einigen Schaltflächen: Inventar, Quest-Logbuch, Karte, Reich-Editor, Optionen, Fähigkeiten, Waffe/ Werkzeug/ Technik (in Abhängigkeit davon, womit man ausgerüstet ist und ob man im Kampfmodus ist), Hellsehen (Magie und einige Fähigkeiten) und Spiritualität (die einzige freigeschaltete Fähigkeit in diesem Tab war "Seelensammeln", wir konnten jedoch nicht herausfinden, wie man sie benutzt). Die Tasche hat keine Slots und man kann die Gegenständedarin frei bewegen, was bedeutet, dass man organisiert sein muss, sonst wir es schnell ein Durcheinander. Die Charakterbalken (Gesundheit, Mana, Stamina und Psyonik) befinden sich am unteren Bildschirmrand.


Die Grafik ist ziemlich bescheiden im Vergleich zu anderen modernen Produktionen, man muss sich jedoch vor Augen halten, dass das Unternehmen, das dahintersteckt, wirklich klein ist und der Titel für ein Publikum entwickelt wurde, das über die Grafik hinwegsehen und den visuellen Stil trotzdem schätzen kann. Dies trifft auch auf den Sound zu.

EINARBEITUNG

Wir wollten eigentlich loslegen mit dem Erkunden, Kampf, Magie und Handwerk und alle Inhalte, die das Spiel zu bieten hat, ausprobieren, müssen aber gestehen, dass wir total verloren waren. Das Spiel ist weit davon entfernt, anfängerfreundlich zu sein. Es gibt kein Tutorium (nur ein beinahe nutzloses Ratschlagsfenster). Außerdem funktionieren die Dinge in diesem Spiel wirklich ganz anders als in gewöhnlichen MMORPGs. Um z.B. etwas zu bekämpfen, muss man in den Kampfmodus wechseln, indem man den Waffen-Icon anklickt oder die Tabulatortaste drückt und dann das Ziel wählt. Um eine Kampftechnik auszuführen, muss sie im Technikmenü für den nächsten Angriff ausgewählt werden. Es gibt keine Aktionsbalken, wo man seine Techniken oder Zauber platzieren kann, sodass man sein Zauberbuch und seine Fähigkeitstabs immer geöffnet haben muss. Und denkt daran, den Kampfmodus nach einem Kampf wieder zu verlassen, sonst könnte es damit enden, dass ihr aus Versehen eurer Pet tötet oder Schlimmeres...


Um einen Zauber anzuwenden, muss man mit seinem Zauberstab ausgerüstet sein, den gewünschten Spruch vorzaubern und dann das Ziel anklicken, um ihn tatsächlich anzuwenden. Vielleicht sind diese Mechaniken den Ultima Online-Veteranen vertraut, wir mussten jedoch einige Guides bei Google suchen, um schnell zu verstehen, wie viele Dinge funktionieren: dass man z.B. den Charakter anklicken muss, um die Papierpuppe zu öffnen (es gibt keine Charakter-Tab-Schaltfläche) oder um festzustellen, dass wir Fähigkeiten besaßen, um Gesundheit, Mana und Stamina, etc. zu regenerieren. Die Lernkurve in Linkrealms ist sehr steil, was viele Spieler entmutigen könnte. Aber muss sich wahrscheinlich nur an diese Mechaniken gewöhnen, weil sie sich so stark von denen gewöhnlicher moderner MMORPGs  unterscheiden.


CHARAKTERENTWICKLUNG

Was die Charakterentwicklung anbelangt, gibt es in diesem Spiel keine Klassen und Levels. Dem Beispiel von Ultima Online folgend, bietet Linkrealms ein fähigkeitsbasiertes System mit einem Soft-Cap und man kann entscheiden, welche Fähigkeit man blockieren oder verringern und welche man trainieren möchte. Alles, angefangen beim Umgang mit der Waffe, über Magie bis hin zum Handwerk verbessert sich, wenn man es anwendet und wird letztlich neue Fähigkeiten freischalten. Das bedeutet, dass man zu Beginn bei fast allem, was man versucht, versagt. Das Schwingen des Schwertes, das Anwenden eines Zaubers und sogar das Auspressen von Tomatensaft können sehr schwierige Aufgaben mit niedrigen Erfolgsraten sein, die sich jedoch mit etwas Übung verbessern. Unserer Meinung nach ist dieses Progressionssystem besser als ein levelbasiertes, denn man fühlt, wie der Charakter mit der Zeit wächst und stärker wird, und hat die volle Kontrolle über die Weiterentwicklung, ohne durch Klassen eingeschränkt zu sein. Der Nachteil dieses Systems ist, dass es einige Mühe kostet, dieselben Aktionen immer wieder zu wiederholen, um seine Fähigkeiten zu steigern.


CRAFTING

Das Handwerk ist sehr lustig und tiefgründig. Wie bei allem in diesem Spiel, gibt es auch hierzu kein Tutorium, sodass man selbst herausfinden muss, wie die Dinge funktionieren. Uns hat es gefallen, Materialen zu finden und zu verfeinern, um uns unsere Dinge selbst herzustellen wie beispielsweise Tomatensaft zur Heilung und Lederkleidung zum Anziehen. Das Handwerk ist in einem Sandkasten-MMORPG ein wesentliches Element und wahrscheinlich haben wir nur die allerersten Dinge probiert, es scheint in Linkrealms noch viel mehr zu geben, was man genießen kann.

ERSCHAFFE DEIN EIGENES REICH

Eine der Haupteigenschaften des Spiels ist die Möglichkeit, sich seine eigenen Reiche zu erschaffen, indem man eine monatliche Gebühr zahlt. Diese Reiche kann man komplett personalisieren, ein Haus oder was immer man möchte, bauen, Pflanzen anbauen, Tiere halten und Regeln für die Besucher aufstellen. Das ist deine eigene Welt, die du dank eines umfangreichen und umfassenden Editor nach deinen Wünschen formen kannst. Während wir die Welt erkundeten, haben wir einige Zonen betreten, die wir für von Spielern geschaffene Reiche hielten, die viele merkwürdige und originelle Bauten, Plantagen und cooles Zeug wie eine brauchbare Slot-Maschine usw. besaßen.


ANDERE DETAILS

Das Spiel besitzt auch einige PvP-Zonen mit einer Halb-Beute-Zone (man hinterlässt nur einen Teil seiner Ausrüstung beim Tod), die die PvP-er glücklich machen werden. Es gibt auch ein paar offene Dungeons, die dich und deine Freunde herausfordern werden. Auch Quests sind vorhanden, die allerdings im klassischen Sandkasten-Stil nur optional sind und einen nur mit etwas Silber belohnen.

Ein anderes wirklich interessantes Feature ist das Pet-System. Wenn man sein Start-Pet erhält, kann man es, wann immer man möchte, herbeirufen. Aber es besitzt seine eigene KI und wird den Anweisungen nicht blind folgen. Man muss es trainieren, um sein Benehmen zu formen. Außerdem kann man sich Pets züchten und der Nachwuchs wird Gene und kosmetische Elemente von seinen Eltern erben.


SCHLUSSFOLGERUNGEN

Linkrealms ist ein ziemlich spezielles Spiel, das wahrscheinlich kein großes Publikum von Themenpark- und Gelegenheitsspielern anziehen wird. Es ist ein komplexer, tiefgründiger Sandkasten im Ultima Online-Stil, der Geduld und Hingabe erfordert, um ihn genießen zu können. Wenn ihr jedoch Sandkasten-Fans seid und über die alten Grafiken sowie den sich nicht selbst erschließenden Ersteindruck hinwegsehen könnt, werdet ihr ein Spiel vorfinden, das genug Potential besitzt, um einige Zeit für Unterhaltung zu sorgen. Da viel Zeit für die Weiterentwicklung benötigt wird, hatten wir nicht die Möglichkeit, das "Endspiel" und die Zonen mit den stärkeren Monstern und Dungeons zu sehen. Jedoch haben wir von vielen erfahrenen Spielern gehört, dass fortgeschrittener Inhalt noch fehlt. Linkrealms befindet sich noch in der Beta-Phase und hat noch einige Zeit, um besser zu werden und Inhalte hinzuzufügen.

Hoffentlich gelingt es Mythyn, diesen interessanten Rohdiamanten zu verfeinern und ihn in ein wettbewerbsfähiges, komplettes Produkt zu verwandeln (und vielleicht ein umfassendes Tutorium hinzuzufügen), denn viele Ultima Online-Fans und Sandkasten-Spieler werden es sicherlich lieben.

Falls ihr Lust bekommen habt, das Spiel selbst auszuprobieren, könnt ihr hier bei uns in unserer Giveaway-Aktion einen Zugangsschlüssel zur Closed-Beta erhalten.